29 January 2026, 02:21

Bundesregierung gerät wegen Arbeitszeitreform zwischen Gewerkschaften und CDU/CSU unter Druck

Ein Plakat aus dem Jahr 1900, das eine Berliner Secession ankündigt und eine Frau in rotem Kleid zeigt, die ein Objekt hält, mit Text zur Ereignisinformation.

Gewerkschaften drohen mit Streiks gegen geplante Abschwächung des Arbeitszeitgesetzes - Bundesregierung gerät wegen Arbeitszeitreform zwischen Gewerkschaften und CDU/CSU unter Druck

Die deutsche Bundesregierung sieht sich mit massivem Widerstand gegen ihre Pläne zur Reform des Arbeitszeitgesetzes konfrontiert. Gewerkschaften und die Grünen kritisieren den Vorschlag, die tägliche Acht-Stunden-Obergrenze durch ein wöchentliches Höchstmaß zu ersetzen. Kritiker warnen, die Änderungen gefährdeten die Gesundheit der Beschäftigten und untergrüben lang etablierte Arbeitsschutzstandards.

Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD waren bereits Anpassungen der Arbeitszeitregelungen vorgesehen. Die geplante Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstgrenze soll vor allem kleinen und mittleren Unternehmen – insbesondere in Tourismus und Gastronomie – entgegenkommen. Christoph Ploß, der Beauftragte der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, drängt darauf, die Reform noch vor Jahresende umzusetzen.

Die Gewerkschaften reagieren mit Drohungen von Protesten und Streiks. Robert Feiger, Vorsitzender der IG BAU, bezeichnete den Acht-Stunden-Tag als "Grundpfeiler der sozialen Gerechtigkeit" und lehnt jede Veränderung ab. Frank Werneke, Chef der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di), warnte, die Reform würde Arbeitgebern rechtlich freie Hand geben, Beschäftigte ohne Rücksicht auf deren Wohlbefinden zu überlasten.

Ploß, CDU/CSU-Bundestagsabgeordneter, steht in Verbindung mit Forderungen des wirtschaftsliberalen Flügels seiner Partei, die unter anderem auch Regelungen zur Teilzeitarbeit anpassen wollen. Der Regierungsvorschlag hat eine breite Gegenbewegung ausgelöst: Gewerkschaften und Grüne formieren sich gemeinsam gegen die geplanten Gesetzesänderungen.

Die Reform würde einen tiefgreifenden Wandel der deutschen Arbeitszeitregelungen bedeuten. Falls verabschiedet, könnte sie die Arbeitsbedingungen für Zehntausende Beschäftigte – vor allem in Dienstleistungsbranchen – neu gestalten. Die Regierung steht nun unter wachsendem Druck, ihren Kurs zu überdenken, bevor sie das Vorhaben weiterverfolgt.