Bundesrat stoppt 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer – selbst SPD-Länder stimmen dagegen
Marie SchulzBundesrat stoppt 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer – selbst SPD-Länder stimmen dagegen
Bundesländer blockieren geplante 1.000-Euro-Prämie für Beschäftigte
Die Bundesländer haben am Freitag im Bundesrat einen Vorschlag für eine einmalige Prämie von 1.000 Euro für Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft abgelehnt. Die von der SPD geführte Koalition hatte die Zahlung vorangetrieben, stieß jedoch auf massiven Widerstand – sowohl aus CDU-geführten als auch aus einigen SPD-regierten Ländern. Kritiker bemängelten, das Konzept sei schlecht durchdacht und schließe wichtige Gruppen aus.
Die Idee für die Einmalzahlung war bei einer Klausurtagung des SPD-Kabinetts in der Villa Borsig bei Berlin entstanden. Die Partei präsentierte sie als finanzielle Entlastung für Beschäftigte, die nach Jahren wirtschaftlicher Belastungen kämpfen. Doch schnell hagelte es Kritik, weil Rentner, Studierende, Selbstständige und Minijobber leer ausgingen.
Auch Wirtschaftsvertreter lehnten die Maßnahme ab und verwiesen auf die wirtschaftliche Belastung der vergangenen sechs Jahre. Winfried Kretschmann, der scheidende grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, nannte die Umsetzung der Prämie „tief fehlerhaft“. Überraschenderweise unterstützte auch sein SPD-Kollege aus Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, die Ablehnung.
Der Widerstand beschränkte sich nicht auf die CDU: Mehrere SPD-geführte Länder schlossen sich der Opposition an und brachen damit mit der Parteiführung in Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz warf der SPD später „blockierende Taktiken“ vor. Die Niederlage unterstrich langjährige Vorwürfe, die SPD vernachlässige in ihrer Politik häufig kleine Unternehmen, Freiberufler und Künstler.
Am Ende markierte die Bundesrats-Abstimmung einen seltenen parteiübergreifenden Aufstand gegen die Pläne der Bundesregierung. Die gescheiterte Prämie bedeutet, dass Beschäftigte in der Privatwirtschaft die versprochene Zahlung nicht erhalten. Die Ablehnung zeigt zudem wachsende Spannungen zwischen Bund und Ländern in der Wirtschaftspolitik. Künftige Entlastungsmaßnahmen werden nun von den Regionalregierungen streng geprüft werden.






