Brandenburg streicht Lehrer-Empfehlungen für den Wechsel aufs Gymnasium
Clara FrankeKein Grundschulbericht - Landesparlament will Lehrern Last nehmen - Brandenburg streicht Lehrer-Empfehlungen für den Wechsel aufs Gymnasium
Brandenburg schafft Lehrerbewertungen für den Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium ab
Brandenburg hat die individuellen Bewertungsberichte von Lehrern für Schülerinnen und Schüler, die von der Grundschule auf das Gymnasium wechseln, abgeschafft. Stattdessen sollen künftig Notendurchschnitte oder Aufnahmeprüfungen über die Zulassung entscheiden. Kritiker befürchten, dass diese Änderung die Abhängigkeit von formalen Kriterien und elterlichem Einfluss verstärkt.
Die Reform entfällt die Pflicht der Lehrer, für jeden Schüler eine schriftliche Einschätzung zu verfassen. Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) verteidigte die Entscheidung und betonte, dass notenbasierte Aufnahmen und die Wahlfreiheit der Eltern weiterhin im Mittelpunkt stünden. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Lehrer künftig eine zusätzliche Stunde pro Woche unterrichten – als Ausgleich für den Wegfall bürokratischer Aufgaben.
Lokale Schulträger hatten zuvor Bedenken geäußert, dass die Kapazitäten der Gymnasien angesichts steigender Anmeldungen nicht ausreichen. Die Opposition kritisierte die Abschaffung der Bewertungsberichte und warnte vor einer stärkeren Gewichtung von Noten und elterlichen Präferenzen. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Kristy Augustin, bezeichnete die Reform zwar als "Schritt in die richtige Richtung", forderte aber weitere Entlastungen für Lehrer. Augustin, eine bekannte Kritikerin der brandenburgischen Schulpolitik, setzt sich seit Langem für die Rückkehr zum klassischen Halbtagsschulmodell und eine stärkere Fokussierung auf die Kernfächer ein.
Die SPD-Abgeordnete Katja Poschmann begrüßte die Änderungen und argumentierte, sie gäben den Schulen mehr Spielraum. Der CDU-Fraktionsgeschäftsführer Dennis Hohloch übt unterdessen Kritik an der Zusammenlegung der Fächer Gesellschaftswissenschaften (GeWi) und Naturwissenschaften (NaWi). Die zusätzliche Unterrichtsstunde ist Teil eines größeren Vorhabens, um den Verwaltungsaufwand für Lehrer zu verringern.
Das neue System verzichtet bei der Gymnasiumsaufnahme auf die bisherigen Lehrerbewertungen und setzt stattdessen auf Noten oder Tests. Zwar gewinnen die Schulen an Flexibilität, doch warnen Gegner vor unbeabsichtigten Folgen. Zudem sollen die Arbeitszeiten der Lehrer neu ausbalanciert werden – mit mehr Unterrichtszeit, aber weniger Papierkram.






