19 March 2026, 16:17

Boryszew stellt Produktion ein – 430 Jobs in Sachsen-Anhalt bedroht

Eine detaillierte Strichzeichnung eines industriellen Fabrikinneren mit einem zentralen großen Maschinen, verschiedenen umliegenden Geräten, einer beschrifteten Tafel mit der Aufschrift "American Foundry Equipment Co, Indiana" und strukturellen Elementen wie Fenstern und Lampen.

Kein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew stellt Produktion ein – 430 Jobs in Sachsen-Anhalt bedroht

Boryszew Kunststofftechnik, ein großer Zulieferer der Automobilindustrie in Sachsen-Anhalt, stellt bis Ende des Jahres die Produktion ein. Das auf Innenraumkomponenten für Fahrzeuge spezialisierte Unternehmen hat keinen langfristigen Investor finden können. Damit sind rund 430 Arbeitsplätze an den Standorten Gardelegen und Idar-Oberstein akut gefährdet.

Der Insolvenzverwalter bestätigte nach monatelanger Suche nach einem Käufer die Entscheidung, die Produktion schrittweise einzustellen. Den Beschäftigten wurde mitgeteilt, dass ihre Stellen bis Dezember gesichert seien, eine Verlängerung darüber hinaus sei jedoch nicht vorgesehen. Boryszew, ein wichtiger Zulieferer der Volkswagen Gruppe, hatte bereits seit Längerem mit den sich wandelnden Anforderungen der deutschen Automobilbranche zu kämpfen.

In den vergangenen zwei Jahren war der Markt für Fahrzeuginnenraumkomponenten von gemischten Trends geprägt. Strengere Umweltauflagen, wie die Zertifizierung nach dem Blauen Engel, zwingen Hersteller zunehmend zur Verwendung nachhaltiger, emissionsarmer Materialien. Forschungsinitiativen – darunter das vom Bund geförderte Projekt "Geruchs- und emissionsarme Innenraumprodukte" (2025–2027) – haben die Branchenstandards zusätzlich geprägt. Trotz dieser Entwicklungen blieb die finanzielle Schieflage von Boryszew bestehen.

Das Unternehmen wird zwar weiterhin nach Investoren suchen, doch der gesamte Automobilsektor steht unter Druck. Da sich kurzfristig kein Käufer abzeichnet, bleibt der Fahrplan für die Schließung vorerst unverändert.

Die Produktion an beiden Standorten wird bis Dezember eingestellt, was 430 Mitarbeiter vor eine ungewisse Zukunft stellt. Das Insolvenzverfahren läuft weiter, während gleichzeitig noch Versuche unternommen werden, in letzter Minute eine Lösung zu finden. Die Schließung bedeutet einen deutlichen Einschchnitt für die Zuliefererkette der Automobilindustrie in Sachsen-Anhalt.

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