Börsenstart 2024: Warum Europa und die USA so unterschiedlich performen
Lukas BraunBörsenstart 2024: Warum Europa und die USA so unterschiedlich performen
Europäische und US-Märkte zeigen zu Jahresbeginn deutliche Gegensätze
Die Börsen in Europa und den USA präsentieren sich im frühen Handelsverlauf des Jahres mit krassen Unterschieden. Während wichtige Indizes wie der deutsche DAX, der österreichische ATX und der US-amerikanische S&P 500 Rekordhöhen erreichten, verzeichneten mehrere Schlüsselbranchen deutliche Rückgänge. Besonders hart getroffen wurden Software-, Technologie- und Automobilwerte, die seit ihren Hochs im Jahr 2023 stark an Wert verloren haben.
Softwarebranche besonders betroffen Der IGV-Index, der Softwareunternehmen abbildet, ist seit seinem Höchststand um 30 Prozent eingebrochen. Einzelne Konzerne wie SAP, ASML und Atlassian mussten noch stärkere Verluste hinnehmen: SAP verlor 45 Prozent, ASML rund 35 Prozent und Atlassian fast die Hälfte seines Werts. Als Gründe nennen Analysten eine nachlassende Nachfrage nach Unternehmenssoftware, die wirtschaftliche Abkühlung sowie überzogene Erwartungen an künstliche Intelligenz. Zudem belasten höhere Zinsen wachstumsorientierte Unternehmen durch gestiegene Kreditkosten.
US-Techgiganten ebenfalls unter Druck Auch die großen Technologiekonzerne aus den USA blieben nicht verschont. Der NYSE FANG+-Index, der die wichtigsten Tech-Aktien umfasst, gab seit seinem Höchststand 16 Prozent nach. Microsoft büßte 26 Prozent ein, Palantir verlor 35 Prozent. Oracle und Intuit haben im Vergleich zu ihren Rekordständen jeweils die Hälfte ihres Werts eingebüßt.
Automobilsektor in der Krise Die Automobilbranche kämpft ebenfalls mit schweren Verlusten. Stellantis hat drei Viertel seines Spitzenwerts eingebüßt, Porsche zwei Drittel. In Österreich verzeichnet der Ölfelddienstleister SBO einen ähnlichen Rückgang. Gleichzeitig haben sich die zuvor auf Rekordniveau gestiegenen Edelmetalle Gold und Silber wieder abgeschwächt: Gold verlor 9 Prozent, Silber sogar 30 Prozent.
Industriewerte als Gewinner Nicht alle Sektoren sind jedoch im Minus. Industrielle Unternehmen entwickeln sich auf beiden Seiten des Atlantiks positiv. In den USA erreichten Caterpillar, Honeywell und Chevron – drei der stärksten Werte im Dow Jones – neue Rekordstände. Auch der österreichische Leiterplattenhersteller AT&S nähert sich wieder seinem Hoch aus dem Jahr 2022.
Investoren setzen auf Stabilität Die gegenläufige Entwicklung an den Märkten spiegelt einen Wandel im Anlegervertrauen wider: Während Industrie- und Energieaktien weiter steigen, bleiben Software-, Technologie- und Automobilwerte unter Druck. Angesichts anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern groß.






