Berliner Philharmoniker vor Großsanierung – Tempelhof als Interimsspielstätte favorisiert
Lukas BraunBerliner Philharmoniker vor Großsanierung – Tempelhof als Interimsspielstätte favorisiert
Die Berliner Philharmoniker stehen vor einer umfassenden Sanierung, die 2032 beginnen soll – direkt im Anschluss an ihr 150-jähriges Jubiläum. Das Projekt umfasst eine vollständige technische Modernisierung, verbesserten Brandschutz sowie die Erneuerung der Backstage-Infrastruktur, während die legendäre Akustik des Großen Saals erhalten bleiben soll. Während der Bauarbeiten muss das Orchester in ein provisorisches Domizil umziehen, das Platz für etwa 2.300 Zuschauer bietet und gleichzeitig die hohen akustischen Ansprüche erfüllt.
Zwei Standorte stehen als mögliche Interimsspielstätten zur Diskussion: das Internationale Congress Centrum (ICC) und der historische Flughafen Tempelhof. Eine Machbarkeitsstudie favorisiert Tempelhof als mögliche Lösung und schlägt vor, in den ehemaligen Hangars zwei neue Konzerthallen zu errichten. Diese Variante würde schätzungsweise 1,15 Milliarden Euro kosten und das Orchester für acht Jahre beherbergen.
Allerdings hat Generalintendantin Andrea Zietzschmann Bedenken gegenüber dem ICC geäußert, da der Bau aufgrund seines aktuellen Zustands umfangreiche Sanierungsarbeiten benötigen würde. Ihre Zukunft über das Jahr 2028 hinaus bleibt trotz ihrer weithin anerkannten Führung ungewiss. Die endgültige Entscheidung über die Sanierung und den Umzug wird voraussichtlich bei der neuen Regierung liegen, während in Berlins Politik und Bevölkerung weiterhin kontrovers über Kosten und Nutzen des Projekts diskutiert wird.
Die Renovierung startet 2032, doch bis dahin muss eine geeignete Zwischenlösung gefunden werden – ein Ort, der strenge akustische und kapazitive Anforderungen erfüllt. Die Ergebnisse dieser Debatten werden nicht nur die nächste Phase des Orchesters prägen, sondern auch die Zukunft einer der ikonischsten Kulturinstitutionen Berlins.
