Berlin startet Mietregister gegen überhöhte Mietpreise und Intransparenz
Marie SchulzBerlin startet Mietregister gegen überhöhte Mietpreise und Intransparenz
Berlins Wohnungsmarkt kämpft seit langem mit lascher Durchsetzung der Mietgesetze. Nun zieht die Stadt mit einem neuen Mietregister nach, das Verstöße aufdecken soll. Der Schritt erfolgt, während Vermieter weiterhin weit über den gesetzlichen Grenzen liegende Mieten verlangen – Mieter bleiben oft schutzlos.
Die regierende Koalition hat Pläne für ein Mietregister gebilligt, das Vermieter verpflichtet, zentrale Daten offenzulegen. Dazu zählen Mietpreise, Mieterhöhungen, Wohnungsgrößen und weitere Vertragsbedingungen. Die Angaben werden per KI geprüft, die verdächtige Verstöße gegen das Mietrecht markiert. Besonders schwere Fälle landen direkt bei der Staatsanwaltschaft.
Eines der größten Berliner Wohnungsunternehmen verlangt derzeit 13,50 Euro pro Quadratmeter für eine einfache Zweizimmerwohnung. Doch der offizielle Mietspiegel der Stadt sieht für vergleichbare Wohnungen weniger als 7 Euro vor. Vermieter haben die schwache Kontrolle ausgenutzt und Regeln wie die inzwischen abgeschaffte Mietpreisbremse oft ignoriert.
Das Register soll zudem bestehende Mietverträge nutzen, um lokale Vergleichswerte zu ermitteln. Ein Beispiel zeigt 20 Wohnungen zum gleichen Preis – solche Daten helfen, marktübliche Mieten zu definieren. Doch Mieter klagen selten gegen überhöhte Forderungen, aus Angst vor Repressalien der Vermieter. Bei über zwei Millionen Berliner Haushalten in Mietwohnungen könnte das neue System den Wohnungsmarkt grundlegend verändern.
Ziel des Registers ist mehr Transparenz in einem Markt, in dem Vermieter bisher kaum kontrolliert wurden. Durch die Erfassung von Mieten und die Ahndung von Verstößen will die Stadt überzogene Forderungen eindämmen. Ob das Vorhaben gelingt, hängt von konsequenter Umsetzung und der Mitwirkung der Mieter ab.






