Benedikt Böhms emotionale Rückkehr zum Muztagh Ata nach tödlichem Bergdrama
Lukas BraunWeltrekorde in Lebensgefahr - Benedikt Böhms emotionale Rückkehr zum Muztagh Ata nach tödlichem Bergdrama
"Tödlicher Himalaya": Ein Bergsteiger auf der Suche nach Versöhnung
Der neue Dokumentarfilm Tödlicher Himalaya begleitet den Extrembergsteiger Benedikt Böhm auf seiner emotionalen Rückkehr zum Muztagh Ata – jenem Berg, an dem er mit seinem verstorbenen Freund Sebastian Haag seinen ersten Speed-Aufstieg wagte. Der Film beleuchtet Böhms Kampf mit der Trauer und die riskante Welt des Rekordjagens im extremen Alpenbergsteigen.
Jahre, nachdem Böhm Haags tödlichen Lawinenabgang am Shishapangma miterlebte, kehrt er nun an den Ort zurück, an dem ihre Partnerschaft begann – auf der Suche nach Abschluss und einer Reflexion über die gemeinsamen Risiken.
Benedikt Böhm und Sebastian Haag galten als Pioniere des Extrembergsteigens: Sie bezwangen Achttausender im Himalaya in Rekordzeit – und das ohne zusätzlichen Sauerstoff. Ihr Ansatz war radikal: Nach dem Gipfelsturm fuhren sie auf Skiern wieder hinab und trieben damit die Grenzen von Ausdauer und Können an die absoluten Limits.
2014 wollten die beiden einen neuen Weltrekord aufstellen, indem sie den Shishapangma und den Cho Oyu innerhalb von sieben Tagen bestiegen. Doch am 24. September kam es kurz unter dem Gipfel des Shishapangma zur Katastrophe. Eine Lawine verschüttete Haag, während Böhm hilflos zusehen musste, wie sein Freund und Seilpartner vor seinen Augen starb. Ein Trauma, das er später als einen "Albtraum, aus dem er nicht erwachen konnte", beschrieb.
Zuvor hatten die beiden bereits erfolgreich einen Achttausender gemeinsam bezwungen. Haags Tod zerstörte Böhm, der jahrelang mit dem Verlust und den brutalen Realitäten des Höhenbergsteigens rang.
Nun, mehr als ein Jahrzehnt später, wird Böhm 2025 an den Muztagh Ata zurückkehren – jenem 7.546 Meter hohen Berg im westlichen China, wo ihr erster gemeinsamer Speed-Aufstieg stattfand. Die im Film Tödlicher Himalaya festgehaltene Reise wird zu einer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit: ein Tribut an Haag und eine Reflexion über den Preis des Rekordstrebens in den tödlichsten Bergen der Welt.
Der Dokumentarfilm begleitet Böhm, wie er sich mit dem Erbe seiner Bergsteigerkarriere und der Leere auseinandersetzt, die Haags Abwesenheit hinterlassen hat. Seine Rückkehr zum Muztagh Ata markiert einen bewussten Schritt, um die Risiken, die sie eingingen, und den Freund, den er verlor, besser zu verstehen.
Tödlicher Himalaya erzählt nicht nur von einer Bergtragödie – der Film untersucht auch die psychologischen Folgen extremer Abenteuer und die unbeantworteten Fragen, die lange nach dem letzten Schneefall nachwirken.






