20 April 2026, 04:14

Belgischer Radiosender zerstört Maria- und Jesus-Statuen live – und löst Debatte aus

Ein Blatt Papier mit fettgedrucktem Text und detaillierten Diagrammen, die die Entstehung und Entwicklung von sens religieux zeigen.

Belgischer Radiosender zerstört Maria- und Jesus-Statuen live – und löst Debatte aus

Eine Livesendung des belgischen Radiosenders Studio Brussel hat für Aufsehen gesorgt, nachdem Moderatoren Statuen der Jungfrau Maria und von Jesus zerstört hatten. Der Vorfall ereignete sich während einer sogenannten "Wutraum"-Aktion, die an "Blue Monday" die Stimmung aufhellen sollte. Der irische Journalist Colm Flynn hinterfragte das Team später auf der Radiodays Europe-Konferenz zu ihren Handlungen.

Die Sequenz war Teil einer unterhaltsamen Rubrik, in der Gäste Gegenstände zerschlagen konnten, um Stress abzubauen. Die Moderatorin Eva De Roo und ihre Kolleg:innen entschieden sich für religiöse Figuren, die sie live im Studio zerstörten. Auf die Frage nach möglicher Beleidigung bezeichnete De Roo die Aktion als Selbstkritik oder Selbstironie. Gleichzeitig betonte sie, sie hätte dies nicht mit einer Darstellung des Propheten Mohammed getan – mit Verweis auf die bedeutende muslimische Gemeinschaft in Belgien.

Sam De Bruyn, der ausführende Produzent der Sendung, wiegelte Bedenken ab und argumentierte, die geringe Religiosität in Belgien bedeute, dass der Streich kaum jemanden verärgern würde. Allerdings räumte er ein, in einem anderen Land würde er vorsichtiger agieren. Yasmine Van der Borght, Sprecherin des Rundfunksenders VRT, gab später zu, dass die Aktion falsch eingeschätzt worden sei. Die Moderatoren entschuldigten sich für etwaige Verärgerung.

Der irische Journalist Colm Flynn brachte das Thema während eines Interviews auf der Radiodays Europe-Konferenz zur Sprache und verwies darauf, dass viele belgische Christen sich beleidigt fühlen könnten. Die belgische Medienministerin Cieltje Van Achter nannte das Gespräch "schmerzhaft", verteidigte jedoch das Recht, alle Religionen der Lächerlichkeit preiszugeben. Gleichstellungsorganisationen und Antidiskriminierungsgruppen äußerten sich indes nicht zu dem Vorfall.

Die Reaktionen auf den Vorfall fallen gemischt aus: Einige verteidigen die Meinungsfreiheit, andere hinterfragen die Sensibilität der Aktion. Die Moderatoren von Studio Brussel haben sich inzwischen entschuldigt, während der Sender einräumte, die Sendesequenz sei falsch bewertet worden. Die Debatte über religiöse Satire in den Medien hält an, formelle Beschwerden wurden jedoch bisher nicht eingereicht.

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