17 April 2026, 06:44

Belarussischer Neujahrsempfang in Polen: Weniger Gäste, mehr Kontroversen

Polnischer Propagandaplakat für die polnische Revolution mit einer zentralen Figur mit menschlichem Gesicht und Text mit Ereignisinformationen

Belarussischer Neujahrsempfang in Polen: Weniger Gäste, mehr Kontroversen

Die traditionelle Neujahrsempfang für Belarusen, eine langjährige Initiative des früheren polnischen Präsidenten Andrzej Duda, hat auch in diesem Jahr stattgefunden. Doch diesmal stand die Veranstaltung unter strengerem Budgetdruck und einer verstärkten Prüfung der Gästeliste.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Zusammenkunft, die stets eine hohe symbolische Bedeutung besitzt, verzeichnete aufgrund von Sparmaßnahmen weniger Teilnehmer. Gleichzeitig gab es Diskussionen, nachdem einige prominente Persönlichkeiten zunächst nicht eingeladen worden waren.

Die Vorbereitungen für den Empfang und das kulturelle Begleitprogramm werden traditionell vom Büro für die nationale Wiedergeburt Belarus' organisiert. Derzeit leiten Irena Katsialovich und Pavel Barkouski die Arbeit der Behörde.

Die Gästeliste wird gemeinsam von polnischen und belarussischen Vertretern erstellt, wobei Polen das letzte Wort über die Teilnahme hat. In diesem Jahr wurden nicht alle belarussischen Vorschläge akzeptiert – die Gründe für die Ablehnung fielen je nach Person unterschiedlich aus.

Zu den Kontroversen zählte, dass Aleś Dzikavitski, der ehemalige Chef des Senders Belsat, zunächst nicht auf der Liste stand. Seine öffentliche Kritik an dieser Entscheidung sorgte für Aufmerksamkeit, doch schließlich wurde er doch noch eingeladen. Zwei weitere Persönlichkeiten – Ivan Krautsou, ein Mitglied des Wahlkampfteams von Viktar Babaryka aus dem Jahr 2020, und der Politikwissenschaftler Pavel Usau – waren von belarussischer Seite vorgeschlagen worden, wurden aber von polnischen Stellen letztlich gestrichen.

Die Vereinigte Übergangsregierung hatte bei ihren Empfehlungen vor allem kürzlich freigelassene politische Gefangene priorisiert. Viele dieser Personen waren noch vor ihrer Aufnahme in die diesjährige Veranstaltung inhaftiert gewesen.

Der Empfang fand mit einer kleineren Gästeliste als in den Vorjahren statt. Zwar lösten einige Auslassungen Debatten aus, doch behielt die Veranstaltung ihre Bedeutung als symbolisches Treffen der belarussischen Gemeinschaft. Die endgültigen Entscheidungen über die Teilnehmer blieben bei den polnischen Behörden – ein Zeichen für die diplomatischen und politischen Rahmenbedingungen des Events.

Lesen Sie auch:

Quelle