14 April 2026, 18:37

Belarus verkauft billige Gefängnisprodukte – Profit mit Zwangsarbeit?

Schwarz-weiß-Zeichnung einer Fabrik in einem Feld mit Gebäuden, Bäumen und einem Pfahl im Vordergrund, beschriftet mit "The New York State Penitentiary" unten.

Belarus verkauft billige Gefängnisprodukte – Profit mit Zwangsarbeit?

Staatliche Handelsketten in Belarus verkaufen billige Waren aus Gefängnisarbeit

In Belarus verkauft eine vom Staat betriebene Einzelhandelskette Produkte, die von Häftlingen hergestellt werden – zu niedrigen Preisen. Die Läden, die vom Strafvollzugsministerium betrieben werden, bieten alles von Haushaltsartikeln bis hin zu handgefertigten Souvenirs an. Einige Kundinnen und Kunden reagieren empört auf die Verbindung der Kette mit Zwangsarbeit.

Das Strafvollzugsministerium in Belarus unterhält ein Netz von Geschäften, sowohl online als auch vor Ort. Dort werden Erzeugnisse von Inhaftierten verkauft, darunter Möbel, Dekorationsartikel und Gebrauchsgegenstände. Ein Kleiderschrank kostet beispielsweise weniger als 400 Rubel, ein Gemälde ist für 137 Rubel erhältlich.

Im Laden in Babruysk beginnt der Preis für einen kleinen Grill bei nur 16 Rubel. Eine globusförmige Uhr ist für knapp 80 Rubel zu haben, und eine hölzerne Adlerfigur kostet denselben Betrag. Auch der Store in der Schynnaja-Straße 13 führt ähnliche Souvenirs im Sortiment.

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Die Häftlinge – darunter auch politische Gefangene – erhalten für ihre Arbeit nur minimale Löhne. Der bekannte politische Gefangene Wiktor Babaryka bekam anfangs lediglich 1,60 Rubel im Monat. Die Behörden behaupten, das Arbeitsprogramm helfe den Inhaftierten, Entschädigungen an Opfer zu zahlen und vorzeitige Entlassungen zu ermöglichen.

Ein kürzlich erschienener Blogbeitrag, der den Laden lobte, löste eine Welle der Kritik aus. Viele warfen dem Autor vor, Produkte zu bewerben, die in einem System mit erzwungener Gefängnisarbeit hergestellt werden.

Die Läden bleiben weiterhin in Betrieb und bieten günstige Waren aus Häftlingsarbeit an. Das Programm bleibt umstritten – Kritiker verweisen auf die Ausbeutung von Gefangenen für wirtschaftliche Zwecke. Das Strafvollzugsministerium hingegen betont, die Arbeit diene der Resozialisierung und der finanziellen Wiedergutmachung.

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