08 April 2026, 07:02

Baselbieter Volksabstimmung: Soll die "Wählbarkeits-Initiative" ausländische Mitsprache ermöglichen?

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Baselbieter Volksabstimmung: Soll die "Wählbarkeits-Initiative" ausländische Mitsprache ermöglichen?

Eine umstrittene lokale Initiative im Baselbiet wird nun der Volksabstimmung vorgelegt, nachdem der Kantonrat sie abgelehnt hat. Der unter dem Namen "Wählbarkeits-Initiative" bekannte Vorschlag würde Gemeinden erlauben, ausländischen Einwohnerinnen und Einwohnern mit einer Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) die Kandidatur in Schul- und Sozialbehörden zu ermöglichen. Die Abgeordneten diskutierten ausführlich über die Vor- und Nachteile, bevor sie beschlossen, die endgültige Entscheidung den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern zu überlassen.

Die Initiative war erstmals von zwölf Gemeinden Ende Oktober 2025 eingereicht worden. Ihr Ziel war es, den Ortschaften die Freiheit zu geben, eigene Wohnsitzauflagen für ausländische Einwohner mit C-Ausweis festzulegen, sodass diese für Ämter in Schulräten und Sozialbehörden kandidieren können.

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Gegenwind kam von mehreren Parteien, darunter die SVP, die FDP und die Mitte. Auch die Kantonsregierung sowie die Justiz- und Sicherheitskommission sprachen sich gegen das Vorhaben aus. Sie argumentierten, es untergrabe die einheitlichen Bürgerrechte und führe zu einer ungerechten Ungleichbehandlung zwischen den Gemeinden.

Während der Ratsdebatte scheiterte ein Antrag der SP, die Initiative zu unterstützen, mit 46 Gegenstimmen, 31 Zustimmungen und einer Enthaltung. Simone Abt (SP) verteidigte den Vorschlag und betonte, er sei rechtlich haltbar und könnte mehr Ausländer dazu motivieren, die Schweizer Staatsbürgerschaft zu beantragen. Stephan Ackermann (Grüne) verwies unterdessen auf Personalengpässe in den lokalen Behörden und bezeichnete ein "Ja" als Schritt hin zu mehr Demokratie und Integration.

In der abschließenden Abstimmung im Kantonrat lehnten 48 Mitglieder die Initiative ab, 29 stimmten dafür, einer enthielt sich. Da keine klare Mehrheit zustande kam, wird die Vorlage nun dem Volk zur endgültigen Entscheidung vorgelegt.

Das Schicksal der Initiative liegt nun bei den Stimmberechtigten des Baselbiets. Bei einer Annahme könnten die Gemeinden eigene Regeln für ausländische Einwohner aufstellen, die ein politisches Amt in Bildung und Sozialwesen anstreben. Die Abstimmung wird zeigen, ob der Vorschlag Gesetz wird – oder endgültig verworfen wird.

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