BaFin weitet Ermittlungen gegen Gerresheimer wegen fragwürdiger Bilanzpraxis aus
Marie SchulzGerresheimer: Bafin kündigt weitere Bilanzprüfungen an - BaFin weitet Ermittlungen gegen Gerresheimer wegen fragwürdiger Bilanzpraxis aus
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat ihre Prüfung des Unternehmens Gerresheimer ausgeweitet und ein zusätzliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dieser Schritt folgt auf frühere Kritik an den Buchhaltungspraktiken des Konzerns, insbesondere im Umgang mit Bill-and-Hold-Verträgen. Nach Bekanntgabe des Vorhabens brachen die Aktien des Unternehmens deutlich ein.
BaFin hatte bereits zuvor Bedenken gegenüber der Handhabung solcher Bill-and-Hold-Vereinbarungen durch Gerresheimer geäußert. Bei diesen Verträgen werden Waren bereits vor der Auslieferung in Rechnung gestellt – oft aus logistischen Gründen. Die Aufseher hinterfragten, ob das Unternehmen Umsätze zu früh verbuchte und damit möglicherweise gegen strenge Bilanzierungsregeln verstieß, indem es seine Finanzkennzahlen aufblähte.
Die neueste Untersuchung erweitert die laufende Prüfung und umfasst nun den Zeitraum vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2025. Mit der Vertiefung der Ermittlungen hat die BaFin weitere Zweifel an der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung von Gerresheimer genährt.
Anleger reagierten prompt auf die Nachricht: Der Aktienkurs des Unternehmens gab im außerbörslichen Handel spürbar nach.
Die ausgeweitete Untersuchung bedeutet, dass Gerresheimer nun mit einer verlängerten regulatorischen Überwachung rechnen muss. Im Fokus der BaFin bleibt die Frage, ob die bisherigen Buchhaltungspraktiken den Finanzberichtsstandards entsprachen. Das Ergebnis könnte erhebliche Folgen für die Finanzangaben des Unternehmens und das Vertrauen der Investoren haben.






