05 March 2026, 20:13

Baden-Württembergs Zukunftswahl: Wirtschaftskrise und Verkehrspolitik im Fokus

Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit Text, der Stadtinformationen und ein Gebäude in der rechten unteren Ecke bereitstellt.

Baden-Württembergs Zukunftswahl: Wirtschaftskrise und Verkehrspolitik im Fokus

Baden-Württemberg wählt am 8. März 2025 ein neues Landesparlament – eine Weichenstellung für die politische und wirtschaftliche Zukunft des Landes. Der amtierende grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird nicht erneut antreten, sodass sich ein offener Wettbewerb zwischen sechs Spitzenkandidat:innen von Grünen, CDU, SPD, FDP, AfD und Linken entwickelt. Die Wahl findet in einer Phase steigender Arbeitslosigkeit, wirtschaftlicher Schwäche und tiefgreifender Konflikte in der Verkehrspolitik statt.

Die Wirtschaft des Landes kämpft seit Jahren mit Rückschlägen. 2024 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt Baden-Württembergs um 0,4 Prozent, während die Industrieproduktion um zwei Prozent einbrach. Die Arbeitslosenquote stieg von 3,3 Prozent Anfang 2023 auf 4,8 Prozent im Januar 2026 – zwar noch unter dem Bundesdurchschnitt, aber ein spürbarer Anstieg. Die Automobilbranche, ein zentraler Wirtschaftszweig, verzeichnete im dritten Quartal 2025 einen Beschäftigtenrückgang von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Viele Unternehmen halten trotz schwacher Nachfrage an ihren Mitarbeiter:innen fest, um künftige Fachkräftemängel zu vermeiden – ein Phänomen, das als Arbeitskräftehortung bekannt ist. Gleichzeitig stiegen die Insolvenzen 2024 um 30 Prozent auf 2.445 Fälle, den höchsten Stand seit 2010. Bis 2030 sind zudem 14.000 Stellenstreichungen geplant.

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Der Flughafen Stuttgart, mit rund 9.500 Beschäftigten der größte des Landes und siebtgrößter Deutschlands, steht im Mittelpunkt des Wahlkampfs. Das Land hält 65 Prozent der Anteile, die Stadt Stuttgart 35 Prozent. Die SPD ist die einzige Partei, die eine eigenständige Luftfahrtstrategie vorschlägt und bis 2040 Klimaneutralität anstrebt. Die Verkehrspolitik hat sich zum zentralen Streitpunkt entwickelt: Während CDU, FDP und AfD auf Auto- und Flugverkehr setzen, priorisieren Grünen, SPD und Linke Schienen- und öffentlichen Nahverkehr.

Das Wahlergebnis könnte die Regierungsbildung grundlegend verändern. Umfragen deuten darauf hin, dass CDU und Grüne die wahrscheinlichsten Koalitionspartner sind – allerdings möglicherweise in vertauschten Rollen. Um die Nachfolge Kretschmanns bewerben sich Cem Özdemir (Grüne), Manuel Hagel (CDU), Andreas Stoch (SPD), Hans-Ulrich Rülke (FDP), Markus Frohnmaier (AfD) sowie die beiden Spitzenduos der Linken.

Die Wahl im März 2025 wird entscheiden, wie Baden-Württemberg die wirtschaftliche Erholung angeht und welche Verkehrspolitik es verfolgt. Angesichts steigender Arbeitslosigkeit, wachsender Insolvenzzahlen und des Drucks auf die Automobilindustrie muss die künftige Landesregierung sofort handeln. Die Weichenstellung zwischen autozentrierter und öffentlicher Verkehrsplanung wird zudem die langfristige Infrastruktur- und Umweltpolitik des Landes prägen.

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