Atyrau kämpft mit akuter Finanzkrise trotz wirtschaftlicher Schlüsselrolle in Kasachstan
Lukas BraunAtyrau kämpft mit akuter Finanzkrise trotz wirtschaftlicher Schlüsselrolle in Kasachstan
Die Region Atyrau, ein zentraler Geldgeber für den kasachischen Staatshaushalt, steckt in einer schweren Finanzkrise. Trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung kann die Region grundlegende soziale Verpflichtungen nicht mehr erfüllen – Grund ist ein akuter Geldmangel. Abgeordnete zeigen sich besorgt über den drastischen Rückgang der zugewiesenen Transferzahlungen und die zunehmende Umverteilung ihres Haushalts.
Noch im vergangenen Jahr hatte Atyrau höhere Einnahmen als erwartet erzielt. Dennoch blieben 22,6 Milliarden Tenge ungenutzt. In diesem Jahr beläuft sich der Haushalt auf 1,1455 Billionen Tenge, doch allein in den ersten vier Monaten fehlten bereits 80 Milliarden Tenge an Einnahmen.
Die gezielten Transferzahlungen an die Region sind stark zurückgegangen: 2023 erhielt Atyrau noch 71 Milliarden Tenge, doch bis 2026 sank dieser Betrag auf nur noch 13 Milliarden. Gleichzeitig stieg der Anteil der Mittel, die dem Regionalhaushalt entzogen werden, deutlich an. 2025 waren es 178,1 Milliarden Tenge, 2026 erhöhte sich die Summe um 47 Prozent auf 262,4 Milliarden Tenge.
Vor einem Monat richteten Abgeordnete der Region im Maschilis eine offizielle Anfrage an den Ministerpräsidenten. Sie forderten eine Überprüfung der Haushaltsabzüge für 2026 und Reformen bei der Berechnung des Steuerpotenzials für Geberregionen.
Am 18. Juni 2026 führte Präsident Kassym-Schomart Tokajew eine Telefonkonferenz mit den Gouverneuren. Er rief sie dazu auf, neue Strategien für die regionale Entwicklung zu erarbeiten und soziale Probleme, die die Interessen der Bürger betreffen, wirksamer anzugehen.
Die finanzielle Notlage der Region hat zu Forderungen nach sofortigem Handeln geführt. Die Abgeordneten drängen auf eine Neuverteilung der Mittel und methodische Änderungen, um künftige Haushaltslücken zu vermeiden. Die Anweisungen des Präsidenten unterstreichen, dass die Gouverneure sowohl wirtschaftliche als auch soziale Herausforderungen in ihren Regionen angehen müssen.
