Applied Materials zahlt 252 Millionen Dollar für illegale China-Exporte
Marie SchulzApplied Materials zahlt 252 Millionen Dollar für illegale China-Exporte
Applied Materials zahlt 252 Millionen Dollar Strafe wegen Verstößen gegen US-Exportkontrollen
Der Technologiekonzern Applied Materials hat sich bereit erklärt, eine Strafe in Höhe von 252 Millionen Dollar für die Umgehung von US-Exportbestimmungen zu zahlen. Das Unternehmen gab zu, Maschinen an einen nicht näher bezeichneten Kunden in China geliefert zu haben – vermutlich an den Halbleiterhersteller SMIC – trotz eines expliziten Exportverbots. Die Strafe ergibt sich aus einer Einigung mit den US-Behörden.
Zwischen November 2020 und Juli 2022 hatte Applied Materials Ausrüstung an den sanktionierten Kunden ausgeliefert. Die USA hatten zu diesem Zeitpunkt strenge Exportbeschränkungen für Halbleitertechnologie nach China verhängt. Das Unternehmen bezeichnete den Vorfall später als ein „Missverständnis“ und bestritt vorsätzliches Fehlverhalten.
Die Strafe macht nur einen geringen Teil des Jahresumsatzes und der prognostizierten Gewinne von Applied Materials aus. Erst im Jahr 2024 hatte der Softwareanbieter Cadence für ähnliche Exportverstöße 140,6 Millionen Dollar gezahlt.
Unterdessen treibt das Unternehmen seine Ambitionen in der Halbleiterforschung voran: Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung wird sich dem 5-Milliarden-Dollar-EPIC-Komplex von Applied Materials im Silicon Valley anschließen, dessen Eröffnung für 2025 geplant ist. Die Anlage wird als das weltweit größte und fortschrittlichste Zentrum für die Entwicklung von Halbleitertechnologien beworben.
Im Rahmen der Vergleichsvereinbarung muss Applied Materials die 252 Millionen Dollar für die Exportverstöße begleichen. Gleichzeitig wird das Unternehmen seine Arbeit am EPIC-Komplex fortsetzen, an dem Samsung als Partner beteiligt ist. Der Fall unterstreicht die anhaltend strenge Durchsetzung der US-Exportrestriktionen im Bereich der Halbleitertechnologie.






