Apothekenversorgung bleibt stabil – doch Fußgänger leiden unter Schließungen
Marie SchulzApothekenversorgung bleibt stabil – doch Fußgänger leiden unter Schließungen
Gesetzliche Krankenkassen entkräften Bedenken zu verschlechterter Apothekenversorgung
Aktuelle Studien zeigen, dass zwar manche Menschen weitere Wege zu ihrer nächsten Apotheke zurücklegen müssen, die grundsätzliche Verfügbarkeit von Arzneimitteln in Deutschland aber stabil bleibt. Die Debatte entzündet sich an Forderungen nach einer Reform der Finanzierung von Apotheken, um weitere Schließungen zu verhindern.
Eine vom GKV-Spitzenverband in Auftrag gegebene Untersuchung des Iges-Instituts ergab, dass fast die gesamte Bevölkerung Deutschlands eine Apotheke auch 2025 noch innerhalb von 15 Minuten mit dem Auto erreichen kann. Während 99,9 Prozent der Menschen diesen Zugang behielten, leben nun etwa 73.000 Personen – 0,1 Prozent der Bevölkerung – außerhalb dieses Radius, 10.000 mehr als noch 2020.
Zu Fuß sieht die Lage etwas weniger stabil aus: Bis 2025 verloren 1,7 Millionen Menschen (2 Prozent der Bevölkerung) die Möglichkeit, eine Apotheke innerhalb von 15 Minuten zu erreichen – ein Service, der ihnen 2020 noch zur Verfügung stand. Der Anteil derer, die eine Apotheke in nur fünf Minuten erreichen können, sank um 0,7 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent, was etwa eine halbe Million Menschen betrifft.
Die Studie betont zudem, dass die Nähe zur Arztpraxis entscheidender ist als die zum Wohnort der Patientinnen und Patienten: Fast zwei Drittel aller Praxen haben eine Apotheke in maximal zehn Minuten Fußweg Entfernung. Gleichzeitig analysierte die Barmer, eine der größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands, eigene Daten und kommt zu dem Schluss, dass sich die Versorgung nicht spürbar verschlechtert hat.
Als Reaktion auf die Ergebnisse schlägt der GKV-Spitzenverband eine gestaffelte Pauschalgebühr pro Rezept vor, die sich am Umsatz der Apotheke orientiert. Ziel der Reform ist es, die flächendeckende Versorgung zu sichern und weitere Schließungen zu verhindern.
Fazit der Untersuchung: Trotz rückläufiger Apothekenzahlen vor Ort haben die meisten Menschen in Deutschland weiterhin zuverlässigen Zugang zu Medikamenten. Betroffen von den Veränderungen sind vor allem diejenigen, die auf fußläufige Apotheken angewiesen sind. Die Krankenkassen setzen sich nun für Finanzreformen ein, um dieses Versorgungsniveau auch in den kommenden Jahren zu halten.






