25 June 2026, 16:27

Alan Greenspans umstrittenes Erbe: Genie der Notenbank oder Mitverantwortlicher der Finanzkrise?

Leserbriefe: Alan Greenspan verdiente sich bipartisanen Respekt. Das sollte nicht übersehen werden

Alan Greenspans umstrittenes Erbe: Genie der Notenbank oder Mitverantwortlicher der Finanzkrise?

Alan Greenspan, der fast 18,5 Jahre lang den Vorsitz der US-Notenbank (Federal Reserve) innehatte, hinterlässt ein vielschichtiges Erbe. Sein kürzlich in der Los Angeles Times erschienener Nachruf stieß auf Kritik, da er seinen Einfluss auf die Wirtschaftspolitik nicht umfassend gewürdigt habe. Viele werfen dem Text vor, er konzentriere sich zu einseitig auf spätere Kontroversen und vernachlässige dabei Greenspans umfangreiche Karriere.

Greenspan prägte die Wirtschaftspolitik unter vier US-Regierungen. Als Chef der Federal Reserve galt er als überzeugter Verfechter freier Märkte und führte mit ruhiger Hand durch finanzielle Turbulenzen. Sein besonnener Führungsstil brachte ihm breite Anerkennung bei Vertretern beider großer Parteien ein.

Später räumte er selbst ein, die Immobilienblase nicht rechtzeitig erkannt zu haben. Kritiker machen zudem seine deregulierungsfreundliche Haltung für die Finanzkrise 2008 mitverantwortlich. Dennoch galt er in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten oft als beruhigende Figur – eine Mischung aus Ernsthaftigkeit und gelegentlichem Humor.

Der Nachruf der Los Angeles Times wurde dafür kritisiert, seine Laufbahn auf einen einzigen, umstrittenen Moment zu reduzieren. Befürworter fordern eine differenziertere Darstellung, die seine Leistungen ebenso berücksichtigt wie seine eingestandenen Fehler.

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Greenspans Amtszeit an der Spitze der Federal Reserve umfasste nahezu zwei Jahrzehnte. Sein Einfluss auf die Wirtschaftspolitik bleibt bedeutend, auch wenn sein Vermächtnis weiterhin diskutiert wird. Eine umfassende Bewertung muss sowohl seine Verdienste als auch die Folgen seiner Aufsicht abwägen.

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