AfD-Politiker Gottschalk fordert radikale Programmbrüche bei Rente, EU und Energiepolitik
Clara FrankeAfD-Politiker Gottschalk fordert radikale Programmbrüche bei Rente, EU und Energiepolitik
AfD-Politiker Joachim Gottschalk hat umfangreiche Überarbeitungen der Parteiprogramme seiner Formation gefordert. Seine Vorschläge umfassen Rentenpolitik, Steuern, Energieversorgung sowie das Verhältnis Deutschlands zur Europäischen Union – und brechen damit teilweise mit den traditionellen Positionen der AfD.
Gottschalk präsentierte zudem sein eigenes Konzept für ein nachhaltiges Leben, zu dem ein Elektroauto und eine Wärmepumpe in seinem Haushalt gehören.
Insbesondere distanzierte er sich von der bisherigen AfD-Forderung nach einem deutschen EU-Austritt – dem sogenannten „Dexit“ – und räumte ein, dass die Mehrheit der Parteimitglieder einen solchen Schritt nicht mehr unterstütze. Gleichzeitig kritisierte er die EU-Agrarsubventionen und behauptete, Landwirte benötigten keine finanziellen Hilfen.
In der Energiefrage verteidigte Gottschalk Wärmepumpen als die kostengünstigste Lösung zur Gebäudebeheizung. Er widersprach der Annahme, dass dafür zwingend eine Fußbodenheizung nötig sei, und verwies auf sein eigenes System, das seit einem Jahr problemlos laufe. Sein Haushalt nutzt zudem eine Photovoltaikanlage, einen Batteriespeicher sowie ein Elektroauto einer deutschen Marke.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Überlegungen lag auf der Rentenpolitik. Gottschalk schlug vor, einen Teil des Kindergeldes in einen staatlichen Fonds umzuleiten, der am Kapitalmarkt investieren und so ein kapitalgedecktes Rentensystem aufbauen solle. Zudem regte er an, Einnahmen aus der Pkw-Maut zur Stärkung der gesetzlichen Rente zu verwenden. Zwar befürwortete er private Altersvorsorge, räumte aber ein, dass nicht alle Arbeitnehmer – insbesondere Handwerker – über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten könnten.
In der Steuerpolitik lobte er Reformen der früheren Großen Koalition, darunter die Senkung der Unternehmenssteuern, die Abschaffung von Energieabgaben sowie die Erhöhung der Pendlerpauschale. Diese Maßnahmen hätten die finanzielle Belastung von Unternehmen und Beschäftigten verringert, so Gottschalk.
Seine Äußerungen deuten auf einen Kurswechsel in der programmatischen Ausrichtung der AfD hin. Mit seiner Unterstützung für Wärmepumpen, Rentenreformen und eine selektive EU-Anbindung setzt er sich von früheren Parteipositionen ab. Nun stehen seine Vorschläge innerhalb der AfD zur Debatte, während die Basis über die neuen Richtungsvorgaben berät.






