08 May 2026, 06:13

Zoll-Razzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in der deutschen Kurierbranche

Papier-Paketaufkleber für Sutton & Co's Dispatch Line nach San Francisco, verbunden mit einer Clipper-Schiff.

Zoll-Razzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in der deutschen Kurierbranche

Großrazzia des Zolls deckt flächendeckende Ausbeutung in Deutschlands Kurierbranche auf

Bei einer bundesweiten Großkontrolle haben mehr als 2.900 Beamte Missstände in der Paketzustellbranche aufgedeckt: Schwarzarbeit und illegale Beschäftigungspraktiken sind demnach weit verbreitet. Die Razzia folgt auf jahrelange Kritik an Arbeitsrechtsverstößen in dem rasant wachsenden Sektor.

Im Fokus standen vor allem Subunternehmer, bei denen viele Fahrer unter prekären Bedingungen arbeiten. Einige besaßen ihre Fahrzeuge nicht selbst, sondern mussten sie zu hohen Kosten von ihren Arbeitgebern leasen. Andere leisteten unbezahlt Überstunden und verdienten weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde.

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In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis für einen Subunternehmer erwischt. Viele Fahrer kannten ihren eigenen Beschäftigungsstatus nicht, da Subunternehmer Verträge oft unklar gestalteten oder gar nicht vorlegten. Der Boom des Online-Handels und der Fachkräftemangel haben die Abhängigkeit der Branche von solchen Dienstleistern weiter verschärft.

Finanzminister Lars Klingbeil betonte, die Aktion diene dem Schutz der Beschäftigten vor Ausbeutung. Zudem solle sie dem Staat entgangene Steuereinnahmen und Sozialabgaben zurückholen. Die Durchsetzung von Regeln gestalte sich jedoch schwierig, da Fahrer häufig ihren Standort wechseln und Kontrollen so erschweren.

DHL setzt im Vergleich zu Mitbewerbern seltener auf Subunternehmer – einige Konkurrenten sind hingegen vollständig von ihnen abhängig. Das schnelle Wachstum des Sektors hat zu einer starken Abhängigkeit von Drittfirmen geführt, oft auf Kosten der Arbeitnehmerrechte.

Die Zollrazzia offenbart strukturelle Probleme in der deutschen Paketbranche. Nach tausenden Kontrollen wurden systematischer Lohnbetrug und illegale Anstellungen aufgedeckt. Die Erkenntnisse könnten zu schärferen Regulierungen und einer strengeren Haftung für Subunternehmer führen.

Quelle