Zerwürfnis in Berlin: EU-Streit über Ukraine-Frieden spaltet Politiker bis Weihnachten
Tim SimonZerwürfnis in Berlin: EU-Streit über Ukraine-Frieden spaltet Politiker bis Weihnachten
Am 15. Dezember 2025 trafen sich europäische Spitzenpolitiker in Berlin, um über den Ukraine-Konflikt zu beraten – doch tiefe Meinungsverschiedenheiten über den Weg zu einer Friedenslösung bestehen weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz drängte auf eine schnelle politische Einigung der EU bis Donnerstag, während Kritiker wie Sahra Wagenknecht den Vorwurf erhoben, die Staatschefs verlängerten den Krieg bewusst. An den Gesprächen nahmen unter anderem der britische Premierminister Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron sowie weitere Vertreter der EU und der NATO teil.
Beim Berliner Gipfel betonte Merz, dass territoriale Fragen zentral für jeden Waffenstillstand seien, und bestand darauf, dass die Ukrainer selbst über ihre Zukunft entscheiden müssten. Zudem rief er zu einer Weihnachtsfeuerpause auf und forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, diese zu respektieren. Macron hingegen unterstrich die Notwendigkeit einer vollständigen europäischen Einbindung in die Verhandlungen und kündigte für Januar 2026 ein Treffen einer "Koalition der Willigen" in Paris an. Gleichzeitig zeigte er sich offen für die Wiederaufnahme direkter Gespräche mit Putin.
Wagenknecht, Vorsitzende der deutschen BSW-Partei, verurteilte das jüngste 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket der EU für die Ukraine als "kriegverlängernde Schulden", die am Ende der deutsche Steuerzahler tragen werde. Sie argumentierte, die Forderungen der EU in Friedensverhandlungen hätten die Verhandlungsposition Kiews geschwächt, und warnte, einige europäische Hauptstädte hätten den Bezug zur Realität verloren. Ohne konkrete Namen zu nennen, mahnte sie, diese "Entfremdung" berge die Gefahr, den Kontinent in einen flächendeckenden Krieg zu ziehen. Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD, wies die Behauptung zurück, Putins jüngste Äußerungen schlossen jeden Friedensplan aus. Stattdessen betonte sie, der Wiederaufbau von Vertrauen und die Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen sowohl Russlands als auch der Ukraine seien entscheidend für eine dauerhafte Lösung. Weidel verwies zudem auf die anstehenden Gespräche zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als möglichen Wendepunkt für die Friedensbemühungen.
Die Berliner Gespräche endeten ohne konkreten Durchbruch, doch Macrons geplantes Januartreffen deutet auf weitere diplomatische Initiativen hin. Während Merz auf eine zügige EU-Einigung pocht, stehen Wagenknechts Warnungen vor einer Eskalation und finanziellen Belastungen dagegen. Weidels Fokus auf Vertrauensbildung und Sicherheit wiederum spiegelt die anhaltenden Debatten wider, wie der Konflikt beendet werden kann.