26 March 2026, 00:14

Wolfram Weimer: Warum der Kulturminister so polarisiert wie kein Zweiter

Schwarz-we├čer Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939, überzeichnet mit "Weitpreubliche Zeitung", zeigt eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht beim Feiern.

Wolfram Weimer: Warum der Kulturminister so polarisiert wie kein Zweiter

Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien in Deutschland, steht seit seiner Ernennung im Jahr 2024 zunehmend in der Kritik. Seine Entscheidungen haben Proteste, juristische Auseinandersetzungen und scharfe Vorwürfe von Politikern, Verlagen und Kultureinrichtungen ausgelöst. Trotz der massiven Gegenwehr haben sowohl Bundeskanzler Olaf Scholz als auch CDU-Chef Friedrich Merz ihm öffentlich Rückendeckung gegeben.

Weimers Amtszeit begann mit einer Reihe umstrittenen Maßnahmen. Er veranlasste Überprüfungen von Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz, woraufhin drei linksgerichtete Buchläden in Berlin, Bremen und Göttingen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen wurden. Die geplante Preisverleihung wurde später abgesagt – ein Schritt, der weitere Verurteilung nach sich zog. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bezeichnete sein Vorgehen als inakzeptabel.

Auf der Leipziger Buchmesse 2026 wurde Weimer bei seinem verkürzten Auftritt mit Buhrufen und Pfiffen empfangen. Vor der Leipziger Gewandhaus-Konzerthalle hielten Demonstranten Schilder hoch, auf denen er als "Kulturkampfminister" betitelt wurde. Es folgten juristische Klagen: Die ausgeschlossenen Buchhandlungen fochten ihre Streichung mit Verfassungsbeschwerden an.

Zudem versuchte Weimer, den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zu stoppen, und soll sich laut Berichten für die Absetzung der Berlinale-Leiterin Tricia Tuttle eingesetzt haben, nachdem ein syrischer Filmemacher Äußerungen zum Gaza-Konflikt getätigt hatte. Selbst die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora forderte ihn auf, auf eine Rede zur Befreiungsfeier zu verzichten.

Die politische Opposition reagierte scharf: Der Linke-Abgeordnete David Schliesing forderte Weimers Rücktritt, während die Grünen-Politiker Sven Lehmann und Misbah Khan vor einer Bedrohung der Kunstfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes warnten. Der SPD-Abgeordnete Holger Mann mahnte vor "Staatskunst", und der Deutsche Kulturrat rief zu einer Rückkehr zu einer "normalen" Kulturpolitik auf.

Doch an der Spitze hält die Unterstützung an. Im Bundestag betonte Merz, Weimer habe sein Vertrauen – die Position sei nun einmal "konfliktträchtig". Auch der Kanzler verteidigte seinen Minister und lobte Teile seiner kulturpolitischen Arbeit.

Die Kontroversen um Weimer reißen nicht ab. Seine Politik hat Proteste, Klagen und Rücktrittsforderungen ausgelöst, während die Spitzen der Regierung weiterhin hinter ihm stehen. Der Konflikt zwischen kulturellen Institutionen und politischer Autorität konzentriert sich nun auf seine nächsten Schritte.

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