Willichs bewegende Gedenkfeier verbindet NS-Erinnerung mit aktuellem Kampf gegen Hass
Lukas BraunWillichs bewegende Gedenkfeier verbindet NS-Erinnerung mit aktuellem Kampf gegen Hass
Feierliche Gedenkveranstaltung an der Robert-Schuman-Schule in Willich ehrt NS-Opfer und warnt vor wachsender Bedrohung religiöser Minderheiten
An der Robert-Schuman-Schule in Willich fand eine würdevoll gestaltete Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus statt, die zugleich die zunehmenden Gefahren für religiöse Minderheiten in der Gegenwart thematisierte. Schülerinnen und Schüler, lokale Amtsträger sowie Vertreter aus der Gemeinschaft kamen zusammen, um sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und ihre Verbindung zu heutiger Hasskriminalität zu reflektieren. Die Veranstaltung verband Erinnerung mit einem dringenden Appell zur Wachsamkeit gegenüber Antisemitismus und Rassismus.
Der Tag begann mit einem Gebetsgottesdienst in der Schneekapelle. Im Anschluss versammelten sich die Teilnehmenden am Holocaust-Mahnmal zu einer Kranzniederlegung, bevor die Feierlichkeiten im Pädagogischen Zentrum der Schule ihren Abschluss fanden. Bachs Air erklang leise im Hintergrund und verlieh der Veranstaltung eine nachdenkliche Atmosphäre.
Von Schülerinnen und Schülern gestaltete Transparente erinnerten an die ermordeten jüdischen Bürger Willichs, darunter Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach und andere. Auf Roll-ups wurden die Schicksale von Männern, Frauen und Kindern dokumentiert, die während der NS-Zeit ihr Leben verloren. Ein Banner zeigte Zitate aus dem Talmud, wobei der Name der oder des Gestalterin bzw. Gestalters nicht öffentlich genannt wurde. Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf sprach über die Verbindungen zwischen dem Holocaust und dem heutigen Antisemitismus. Er rief die Jugendlichen auf, Hassrede entschlossen entgegenzutreten und sich gegen Diskriminierung zu stellen. Schulleiterin Andrea Großkraumbach betonte die Bedeutung von Bildung bei der Vermittlung von Werten und warnte vor einem Wiedererstarken rassistischen Gedankenguts. Willichs Bürgermeister Christian Pakusch forderte die junge Generation dazu auf, wachsam gegenüber den aktuellen Bedrohungen zu bleiben, denen religiöse Minderheiten ausgesetzt sind.
Musikalische Darbietungen, darunter eine Klavierinterpretation von Bodo Wartkes Das Land, in dem ich leben will, rundeten das Programm ab. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kirche nahmen teil und unterstrichen damit den geschlossenen Auftritt der Gemeinschaft.
Die Veranstaltung verband Erinnerung mit Handlungsaufforderung und ermahnte die Schülerinnen und Schüler, sich im Alltag gegen Hass zu stellen. Durch die Verknüpfung historischer Lehren mit heutigen Herausforderungen sollten die Bedeutung von Bildung und Solidarität gestärkt werden. Die Feier endete mit einem erneuerten Bekenntnis zum Schutz der Werte von Toleranz und Respekt.