Wie NRW-Städte ihre Innenstädte neu erfinden wollen – und warum der Einzelhandel allein nicht reicht
Clara FrankeWie NRW-Städte ihre Innenstädte neu erfinden wollen – und warum der Einzelhandel allein nicht reicht
Rund 30 Stadtplaner:innen und Vertreter:innen aus etwa 20 Kommunen in Nordrhein-Westfalen trafen sich kürzlich in Solingen, um über die Zukunft der Innenstädte zu diskutieren. Die Veranstaltung in der Gläsernen Werkstatt drehte sich um die Belebung von Fußgängerzonen und die Anpassung an sich wandelnde städtische Anforderungen. Die Diskussionen wurden maßgeblich von Solingens eigener Strategie "Stadt 2030" geprägt.
Im Mittelpunkt stand die wachsende Kritik an traditionellen Fußgängerzonen, die bisher fast ausschließlich auf den Einzelhandel setzt. Fachleute betonten, dass dieses Modell nicht mehr zeitgemäß sei. Stattdessen plädierten sie für eine größere funktionale Vielfalt – mit attraktivem Wohnraum, gut gestalteten öffentlichen Plätzen und gemischten Nutzungsformen.
Auch neue Mobilitätskonzepte wurden diskutiert, etwa die Öffnung von Fußgängerzonen für Radfahrer:innen, um die lebendigen Zentren wiederzubeleben. Als positives Beispiel galt Emsdetten, wo zukunftsweisende Stadtentwicklungsstrategien bereits Wirkung zeigen.
Andreas Budde, Solingens stellvertretender Bürgermeister, unterstrich den Wert der Zusammenarbeit im Netzwerk. Der Austausch zwischen den Kommunen helfe, gemeinsame Herausforderungen mit geteilten Lösungen zu meistern, so Budde. Die Teilnehmer:innen waren sich einig: Die Revitalisierung der Innenstädte erfordert mutige Entscheidungen, langfristiges Engagement und eine klare gemeinsame Vision.
Die Arbeitsgruppe Innenstadt des NRW-Netzwerks Stadtentwicklung (NWSE) dient als zentrale Plattform für solche Debatten. Zwar ist die genaue Zahl der Mitgliedskommunen nicht genannt, doch das Netzwerk setzt sich regelmäßig mit drängenden Themen auseinander – darunter Wohnraum, der 2026 im Fokus des Programms stehen wird.
Die Veranstaltung bestätigte, dass Städte über rein handelorientierte Fußgängerzonen hinausdenken müssen. Gemischte Nutzungsformen, verbesserte Mobilität und bessere Wohnangebote wurden als entscheidende Schritte identifiziert. Die weitere Arbeit des Netzwerks wird die Stadtentwicklungsstrategien in ganz Nordrhein-Westfalen weiterhin prägen.






