03 March 2026, 01:58

Wie Flaschenpost die Meeresforschung revolutionierte und bis heute fasziniert

Eine Gravur eines Schiffs, das in der Nähe von Gebäuden auf einem cloudy sky unter einer text 'Portsmouth, England by Thomas Rowlandson' am Boden segelt.

Wie Flaschenpost die Meeresforschung revolutionierte und bis heute fasziniert

Flaschenpost war schon immer mehr als nur eine romantische Idee. Über Jahrhunderte diente sie als Werkzeug für Erkundungen, Forschung und sogar Spionage. Eines der frühesten dokumentierten Beispiele geht auf Christoph Kolumbus im Jahr 1493 zurück – der Beginn einer Tradition, die später wissenschaftliche Entdeckungen vorantrieb.

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Im 19. Jahrhundert erhielt die Praxis eine neue Bedeutung. Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut rund 5.000 Flaschen im Ozean aus, um Meeresströmungen zu erforschen. Die Wissenschaftler hofften, die Bewegungen der Ozeane zu kartieren, indem sie verfolgten, wo die Flaschen an Land gespült wurden.

Eine der ersten Flaschen, 1864 vor der Küste Australiens ausgesetzt, wurde später in der Nähe von London gefunden. Andere legten enorme Strecken zurück, manche bis zu 24 Seemeilen pro Tag, wenn die Strömungen stark waren. Etwa 10 Prozent dieser Flaschen wurden schließlich geborgen und lieferten wertvolle Daten für die Meeresforschung.

Doch Flaschenpost hatte nicht nur wissenschaftlichen Nutzen. Im 16. Jahrhundert wurde sie für Spionagezwecke eingesetzt und transportierte geheime Informationen über feindliche Linien. Noch 2015 schickte ein deutsches Ehepaar, Jörg und Cornelia Wanke, eine Flasche von einem Kreuzfahrtschiff aus – ein Beweis dafür, dass die Faszination für diese Tradition bis heute anhält.

Eine besonders bemerkenswerte Botschaft stammte von der Star Flyer, einer viermastigen Barkentin, die zwischen Madeira und Gran Canaria unterwegs war. Ihre Reise bleibt Teil der langen Geschichte dieser treibenden Boten.

Von Kolumbus' erster dokumentierter Flaschenpost bis zu modernen Experimenten – Flaschen haben Geschichten und Daten über die Ozeane getragen. Allein die Arbeit des Deutschen Hydrographischen Instituts zeigte, wie selbst einfache Mittel den wissenschaftlichen Fortschritt fördern können. Noch heute lebt die Tradition weiter, eine Mischung aus Neugier und einem Hauch von Abenteuer.