Warum die ICE-Strecke Hamburg–Berlin trotz Milliarden-Sanierung langsamer wird
Marie SchulzWarum die ICE-Strecke Hamburg–Berlin trotz Milliarden-Sanierung langsamer wird
Fahrzeiten auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hamburg–Berlin verlängern sich – trotz 2,2-Milliarden-Sanierung
Die schnellste ICE-Verbindung zwischen Hamburg und Berlin benötigt nun 107 Minuten – zwei Minuten länger als vor dem Ausbau. Obwohl die Deutsche Bahn die Verzögerungen zunächst bestritt, bestätigte sie sie später.
Die Strecke war bereits in den frühen 2000er-Jahren für 650 Millionen Euro modernisiert worden. Damals stieg die Höchstgeschwindigkeit von 160 auf 230 km/h, und es wurde eine Fahrzeit von 90 Minuten versprochen. Doch selbst damals kletterten die Reisezeiten auf 93 und später auf 95 Minuten.
Bis 2021 räumte die Bundesregierung ein, dass die kürzestmögliche Verbindung 1 Stunde und 35 Minuten dauern würde. Als Gründe wurden marode Infrastruktur und Abnutzung genannt. Doch nach dem jüngsten Ausbau gelten diese Begründungen nicht mehr.
Experten verweisen stattdessen auf andere Probleme. Christian Böttger, Professor an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, hält die Erklärungen der Deutschen Bahn für wenig überzeugend. Stattdessen gelten Überlastung an großen Knotenpunkten, dichter Regionalverkehr und Störungen auf benachbarten Gleisen als eigentliche Ursachen. Auch das komplexe Fahrplansystem trägt zu den Verspätungen bei.
Im Laufe der Zeit hat sich die Situation weiter verschärft. Aus der einst geplanten 90-Minuten-Strecke der 2000er-Jahre sind heute durchschnittlich 1 Stunde 45 Minuten bis 2 Stunden geworden. Dauernde Bauarbeiten und Kapazitätsengpässe auf der ausgebauten Strecke treiben die Fahrzeiten zusätzlich in die Höhe.
Die Sanierung hat keine schnelleren Verbindungen gebracht. Stattdessen kämpft die Strecke weiterhin mit Verzögerungen durch Überlastung, Fahrplanprobleme und äußere Gleisbedingungen. Die Fahrgäste sind nun länger zwischen Hamburg und Berlin unterwegs als vor dem Ausbau.






