20 February 2026, 06:33

Warum Deutschland kaum noch Schiffe verschrottet – und Hamburg das ändern will

Ein großes grünes und gelbes Frachtschiff liegt neben einem Kai mit einer Brücke, Laternen, Fahrzeugen, Bäumen, Bergen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Grün-Rot für nachhaltiges Schiffrecycling in Hamburg - Warum Deutschland kaum noch Schiffe verschrottet – und Hamburg das ändern will

Deutsche Häfen wie Hamburg bauen nur noch wenige Schiffe pro Jahr ab Aktuell werden in Deutschlands großen Häfen, darunter Hamburg, jährlich nur noch sehr wenige Schiffe verschrottet. Zwischen 2021 und 2025 wurden in allen deutschen Häfen zusammen weniger als 50 Schiffe pro Jahr recycelt. Gleichzeitig verarbeiten Werften in Südasien – insbesondere in Bangladesch – jährlich weit über 100 Schiffe und dominieren damit den globalen Schiffsabbruch dank niedrigerer Kosten und lascherer Vorschriften.

Rund 80 Prozent der weltweiten ausgemusterten Schiffe werden in Süd- und Südostasien verschrottet. Viele dieser Anlagen arbeiten unter prekären Umwelt- und Arbeitsbedingungen, was Nachhaltigkeitsziele untergräbt und wertvolle Rohstoffe verschwendet. Nach Schätzungen des Baltic and International Maritime Council (BIMCO) könnten allein im kommenden Jahrzehnt bis zu 16.000 Handelsschiffe recycelt werden.

Strenge Auflagen bremsen deutsche Werften aus In Deutschland unterliegen Schiffsrecycling-Betriebe strengen Regelungen. Sie werden wie stationäre Abfallentsorgungsanlagen eingestuft und benötigen zusätzliche Genehmigungen, sobald mehr als 70 Prozent eines Schiffs abgebaut werden. Lange Bundesgenehmigungsverfahren und hohe Betriebskosten veranlassen die meisten Reedereien dazu, ihre Schiffe im Ausland verschrotten zu lassen. Die Hamburger SPD-Grüne Koalition will dies nun ändern – durch die Förderung nachhaltigen Recyclings vor Ort.

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Hamburg will Vorreiter der maritimen Kreislaufwirtschaft werden Der Ausbau von Hafenkapazitäten und die Vereinfachung von Vorschriften könnten Deutschland helfen, hochmoderne Recyclinganlagen zu entwickeln. Damit ließe sich eine strategische Lücke in der Kreislaufwirtschaft schließen, während Hamburg zur führenden Kraft in der maritimen Nachhaltigkeit aufsteigt. Gleichzeitig entstünden wirtschaftliche Chancen, da wertvolle Materialien und industrielle Prozesse in Europa gehalten würden.

Würde Deutschland Genehmigungsverfahren beschleunigen und die Hafeninfrastruktur ausbauen, könnte es mehr Schiffsrecycling-Projekte anziehen. Dieser Wandel würde die Abhängigkeit von südasiatischen Werften verringern und die Umweltstandards verbessern. Hamburgs Initiative für nachhaltiges Recycling zielt darauf ab, die Stadt zu einem zentralen Akteur der maritimen Kreislaufwirtschaft zu machen.