Vom Tabu zum Trend: Wie Sexpuppen den Markt erobern und die Gesellschaft spalten
Marie SchulzVom Tabu zum Trend: Wie Sexpuppen den Markt erobern und die Gesellschaft spalten
Sexpuppen haben sich von einer versteckten Nische zu einem wachsenden kommerziellen Markt in Europa entwickelt. Die Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener wird in einem kommenden taz-Queer-Talk über ihre Geschichte und mediale Darstellung sprechen. Die von taz-Redakteur Jan Feddersen moderierte Veranstaltung untersucht, wie Technologie und sich wandelnde Einstellungen die Wahrnehmung dieser humanoiden Figuren verändert haben.
Regener, emeritierte Professorin der Universität Siegen, forscht zu visueller Kultur und marginalisierten Gruppen. Ihre jüngsten Arbeiten befassen sich mit Sexpuppen, künstlicher Intelligenz und der kulturellen Bedeutung von Handwerkskunst.
Die Ursprünge lebensechter humanoider Spielzeuge lässt Regener fast ein Jahrhundert zurückverfolgen. Was einst eine seltene Kuriosität war, drang in den 1990er-Jahren in den Mainstream-Markt vor. Fortschritte bei Materialien, realistischen Merkmalen und sogar der Integration von KI haben seitdem das kommerzielle Wachstum vorangetrieben.
Die gesellschaftliche Akzeptanz ist langsam gestiegen, nicht zuletzt durch gezieltes Marketing. Hersteller werben mittlerweile offen mit Puppen für einsame Menschen, Sammler oder solche, die nach Gesellschaft suchen. Große Produzenten agieren offen in Deutschland und ganz Europa, doch die Debatten über Objekthaftung und gesellschaftliche Auswirkungen halten an.
Der taz-Queer-Talk, veranstaltet in Kooperation mit Queer Nations e.V., wird sich vertieft mit diesen Themen auseinandersetzen. Feddersen, der bei der taz die Sonderprojekte leitet, führt durch das Gespräch. Regeners Arbeit beleuchtet auch, wie handwerkliche Details zur wahrgenommenen Realitätsnähe und emotionalen Anziehungskraft der Puppen beitragen.
Die Veranstaltung zeigt, wie Sexpuppen größere Veränderungen in Technologie, Sexualität und Handel widerspiegeln. Regeners Analysen stützen sich auf Jahrzehnte der Forschung zu visueller Kultur und ausgegrenzten Gemeinschaften. Ihre Diskussion wird sowohl die Branchenexpansion als auch die damit verbundenen ethischen Fragen thematisieren.






