03 March 2026, 19:43

Volkswagen gewinnt Teilurteil im Streit um unrechtmäßige Kündigungen und Geheimnisverrat

Das Innere eines Volkswagen e-Golf mit linksseitigem Lenkrad und einem Apple CarPlay-Gerät in der Mittelkonsole.

VW-Manager fordern Millionen - Rechtsstreit um Kündigungen - Volkswagen gewinnt Teilurteil im Streit um unrechtmäßige Kündigungen und Geheimnisverrat

Volkswagen befindet sich in einem Rechtsstreit mit zwei ehemaligen Führungskräften über Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe und angeblich unrechtmäßige Kündigungen. Der Konflikt entstand, weil die Manager interne Unternehmensdokumente ohne Genehmigung an Medien und das Bundesverfassungsgericht weitergegeben hatten. Ein deutsches Arbeitsgericht hat nun in einem Fall ein Urteil gefällt, während es im anderen weitere Ermittlungen anordnete.

Das Arbeitsgericht Braunschweig traf kürzlich eine geteilte Entscheidung in dem langwierigen Streit. Die Kündigung eines Managers wurde für rechtmäßig erklärt, nachdem er vertrauliche Volkswagen-Dokumente an das Bundesverfassungsgericht, die höchste Instanz in Deutschland für Verfassungsfragen, weitergeleitet hatte. Die Richter urteilten, dass dieses Vorgehen gegen seine vertragliche Pflicht verstoßen habe, die Interessen des Unternehmens zu wahren, und damit seine Entlassung gerechtfertigt sei.

Im zweiten Fall erklärte das Gericht die fristlose Kündigung eines weiteren Managers für unwirksam. Der Autokonzern hatte die gesetzlich vorgeschriebene Zwei-Wochen-Frist für eine solche Maßnahme versäumt, wodurch die Entlassung formal fehlerhaft war. Nun wird das Gericht zusätzliche Beweise sammeln, um zu klären, ob die Kündigung inhaltlich gerechtfertigt war.

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Beide Führungskräfte streben unabhängig voneinander Schadensersatz in Millionenhöhe an und werfen Volkswagen Verleumdung sowie unfaires Vorgehen vor. Der Konzern hingegen betont, dass die unberechtigte Weitergabe interner Unterlagen – darunter Prüfberichte zu den Modellen Crafter und Grand California – eine schwere Pflichtverletzung darstelle. Seit dem Diesel-Skandal 2015 hat das Unternehmen öffentlich keine Änderungen seiner Hinweisgeberrichtlinien oder internen Kontrollmechanismen bekannt gegeben.

Die Gerichtsentscheidungen bestätigen eine der Kündigungen, während der Rechtsstreit um die andere weitergeht. Volkswagen muss sich nun in den laufenden Verfahren gegen die Schadensersatzforderungen der Manager verteidigen. Der Fall zeigt die Spannungen zwischen unternehmerischer Vertraulichkeit und dem Schutz von Hinweisgebern innerhalb des Konzerns auf.