VdK-Präsidentin Bentele attackiert Regierungspläne zu Rente und Gesundheit als sozial ungerecht
Tim SimonVdK-Präsidentin Bentele attackiert Regierungspläne zu Rente und Gesundheit als sozial ungerecht
Der Sozialverband Deutschland (VdK) hat die Regierungspläne zur Renten- und Gesundheitsreform scharf angegriffen. Verbandspräsidentin Verena Bentele warnte, die geplanten Kürzungen würden die soziale Ungleichheit verschärfen und immer mehr Menschen in finanzielle Not treiben. Ihre Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Minister in dieser Woche über die umstrittenen Reformvorhaben beraten wollen.
Bentele verurteilte die Pläne, die gesetzliche Rente auf ein reines Grundsicherungsniveau abzusenken. Ein solcher Schritt würde ihren Wert massiv schwächen und Rentner:innen schutzlos zurücklassen, argumentierte sie. Die VdK-Chefin bezeichnete zudem den Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz, stärker auf private Vorsorge zu setzen, als "zynisch und realitätsfremd" – schließlich könnten sich 38 Prozent der Beschäftigten keine zusätzlichen Rücklagen leisten.
Der Entwurf des Gesundheitsministeriums, der am Mittwoch im Kabinett beraten werden soll, sieht unter anderem Kürzungen beim Krankengeld sowie die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung für Angehörige vor. Bentele warnte, dass diese Änderungen vor allem Geringverdiener:innen und chronisch Kranke hart treffen würden. Sie bestehe darauf, dass eine gerechtere Beteiligung von Besserverdienern an den Finanzierungskosten des Gesundheitssystems die bessere Lösung sei.
Darüber hinaus forderte Bentele, dass der Bund die ungedeckten Gesundheitskosten für Sozialleistungsbezieher:innen übernimmt. Sie betonte, die Regierung müsse die Schwächsten schützen, statt die Lasten auf sie abzuwälzen.
Die Einwände des VdK verdeutlichen die tiefen Gräben bei den geplanten Reformen. Da das Kabinett den Gesetzentwurf in dieser Woche prüfen soll, wächst der Druck, die Maßnahmen zu überdenken, die Kritiker:innen zufolge Armut und Ungleichheit weiter verschärfen würden. Bentes Forderungen nach fairer Finanzierung und stärkerem Schutz bleiben zentral in der Debatte.






