11 January 2026, 14:32

Thüringen plant Handelsmission nach Südamerika für Ende 2026

Ein Plakat mit der Aufschrift "Costa Rica", Bilder von verschiedenen Orten, Karten und der Flagge des Landes.

Minister: Mercosur Deal Gut für Thüringen - Thüringen plant Handelsmission nach Südamerika für Ende 2026

Thüringen bereitet für Ende 2026 eine Handelsdelegation nach Südamerika vor. Im Mittelpunkt des Besuchs stehen neue Geschäftschancen im Zusammenhang mit dem Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur. Die Verantwortlichen hoffen, die Beziehungen zur Region zu stärken und den Zugang zu wichtigen Rohstoffen wie Lithium zu sichern.

Das inzwischen in Kraft getretene Abkommen schafft die größte Freihandelszone der Welt und umfasst mehr als 700 Millionen Menschen. Zudem zielt es darauf ab, Zölle abzubauen und die wirtschaftliche Abhängigkeit der EU von China und den USA zu verringern.

Nach jahrelangen Verhandlungen hatten die EU und die Mercosur-Staaten die Einigung finalisiert. Sie öffnet Märkte für europäische Exporteure, setzt jedoch gleichzeitig Importobergrenzen für südamerikanische Waren fest. Produkte wie Fleisch, Käse, Zucker und Ethanol unterliegen kontrollierten Mengen, um EU-Landwirte zu schützen.

Deutsche Bauern, darunter auch solche aus Thüringen, hatten zuvor gegen das Abkommen protestiert – aus Sorge, billige Importe könnten heimische Produzenten verdrängen. Trotz dieser Bedenken wurde das Abkommen mit entsprechenden Schutzmaßnahmen umgesetzt. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John ist überzeugt, dass die Vereinbarung der Region wirtschaftliche Vorteile bringen wird. Die für 2026 geplante Delegation soll Partnerschaften knüpfen und Marktzutritte erschließen, insbesondere in Bereichen wie Rohstoffe. Zudem will man Südamerika als wichtige Handelsregion für Thüringer Unternehmen wiederbeleben.

Bei der Reise Ende 2026 wird die Delegation prüfen, wie Thüringen vom EU-Mercosur-Abkommen profitieren kann. Unternehmen der Region könnten neue Exportwege und Lieferketten erschließen. Gleichzeitig sollen die Importkontrollen des Abkommens den Handel ausbalancieren und die europäische Landwirtschaft schützen.