Thermische Energiespeicherung senkt Industriekosten um bis zu 30 Prozent – und revolutioniert die Energiewende
Clara FrankeThermische Energiespeicherung senkt Industriekosten um bis zu 30 Prozent – und revolutioniert die Energiewende
Eine neue Studie unterstreicht die wachsende Bedeutung von thermischer Energiespeicherung für die deutsche Energiewende. Die von Kraftblock veröffentlichte Untersuchung zeigt, wie diese Technologie die Stromkosten in der Industrie um bis zu 30 Prozent senken könnte – und in Märkten wie Australien sogar um ein Vielfaches mehr. Experten betrachten sie mittlerweile als Schlüssellösung für die Netzstabilität und die Integration erneuerbarer Energien.
Die 30-seitige Studie mit dem Titel "Vorteile der thermischen Energiespeicherung für Netze und erneuerbare Energieerzeugung" entstand in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und der Beratungsfirma DWR Eco. Sie analysiert, wie thermische Speicher Prozesswärme bereitstellen und Stromnetze in wichtigen Märkten unterstützen können, darunter die USA, Europa und Australien.
Thermische Speichersysteme funktionieren, indem sie Abwärme oder überschüssigen Strom aufnehmen und Energie bei Temperaturen von bis zu 1.300 Grad Celsius speichern. Im Gegensatz zu Batterien sind sie deutlich kostengünstiger und können Energie über weitaus längere Zeiträume halten. Besonders geeignet ist die Technologie für energieintensive Branchen wie Stahl, Metallverarbeitung und Chemie – Sektoren, die bis zu zwei Drittel des gesamten industriellen Energieverbrauchs ausmachen.
In Deutschland könnte thermische Speicherung die Stromkosten um fast ein Drittel reduzieren. In Australien, wo 2023 in 20 Prozent der Zeit negative Strompreise herrschten, könnten die Einsparungen sogar 150 Prozent übersteigen. Die Studie betont zudem, dass thermische Speicherlösungen wasserstoffbasierte Ansätze und die direkte Elektrifizierung sowohl in puncto Kosten als auch Effizienz übertreffen.
Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Netzanpassungsfähigkeit argumentiert der Bericht, dass thermische Energiespeicherung längst keine Option mehr ist, sondern eine Notwendigkeit, um Angebot und Nachfrage in von erneuerbaren Energien dominierten Systemen auszugleichen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass thermische Energiespeicherung eine zentrale Rolle bei der Senkung industrieller Kosten und der Stabilisierung der Stromnetze spielen könnte. Als günstigere und langlebigere Alternative zu Batterien und Wasserstoff bietet sie eine praktikable Lösung für Industrien, die mit hohen Energiepreisen konfrontiert sind. Zudem unterstützt die Fähigkeit, überschüssige erneuerbare Energie zu speichern, globale Bestrebungen, die emissionsintensive Schwerindustrie zu dekabonisieren.