Syriens Wiederaufbau gewinnt an Tempo – Deutschland spielt Schlüsselrolle
Clara FrankeSyriens Wiederaufbau gewinnt an Tempo – Deutschland spielt Schlüsselrolle
Die Wiederaufbauarbeiten in Syrien gewinnen an Fahrt, da internationale Investoren und Unternehmen zunehmend Interesse zeigen. Die Weltbank schätzt die Gesamtkosten für den Wiederaufbau des Landes auf 216 Milliarden US-Dollar, wobei allein der Wohnungsbau fast ein Drittel dieser Summe erfordert. Deutsche Firmen übernehmen dabei eine Schlüsselrolle im Erholungsprozess.
In den vergangenen zwölf Monaten hat Deutschland konkrete Schritte unternommen, um den Wiederaufbau Syriens zu unterstützen. Die KfW, im Auftrag der Bundesregierung, hat seit Anfang letzten Jahres Zuschüsse in Höhe von 119 Millionen Euro für Wiederaufbauprojekte bewilligt. Unterdessen traf Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa zusammen und äußerte sich optimistisch über die künftigen Handelsbeziehungen. Sie betonte das Potenzial für einen "blühenden Handel" zwischen beiden Ländern.
Auch deutsche Unternehmen werden aktiv: Siemens Energy prüft Möglichkeiten zur Modernisierung des syrischen Stromnetzes, während der bayerische Hersteller Knauf eine Absichtserklärung zum Bau eines Gipswerks im Land unterzeichnet hat. Helene Rang vom Nah- und Mittelost-Verein (NUMOV) bezeichnete Syriens Wiederaufbau als Chance mit "enormem Potenzial" für internationale Partner.
Neben Deutschland haben die Golfstaaten über 28 Milliarden US-Dollar für syrische Infrastrukturprojekte zugesagt. Dazu gehören Pläne für neue Flughäfen, ein U-Bahn-System und modernisierte Kraftwerke. Die syrische Regierung hat zudem die wirtschaftliche Zusammenarbeit erleichtert, indem sie neue Banknoten einführte und sich wieder an das SWIFT-Zahlungssystem anband. Das Land verzeichnete außerdem im Bertelsmann Transformationsindex (BTI) unter 137 Nationen die größte Verbesserung bei der "politischen Transformation".
Mit Milliardenzusagen und laufenden Reformen schreitet Syriens Wiederaufbau voran. Deutsche Unternehmen und Investoren aus dem Golf kooperieren bereits, während die finanziellen und regulatorischen Änderungen der Regierung weitere Unterstützung anziehen sollen. Das Ausmaß der Anstrengungen zeigt sowohl die bevorstehenden Herausforderungen als auch die Chancen für internationale Zusammenarbeit.






