29 March 2026, 16:16

Streit um Kohleausstieg: Merz will Kraftwerke länger laufen lassen – Grünen widersprechen

Gruppe von Menschen mit einem "Fuck You Coal"-Schild vor dem Reichstag in Berlin, Deutschland, mit seinen architektonischen Details, einem Fahrrad, Bäumen, einem Fahnenmast und einem bewölkten Himmel.

Streit um Kohleausstieg: Merz will Kraftwerke länger laufen lassen – Grünen widersprechen

Ein Streit über die Pläne zum deutschen Kohleausstieg ist entbrannt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schlug vor, die Abschaltung von Kohlekraftwerken zu verzögern, um die Stromversorgung zu sichern. Gleichzeitig drängte die Grünen-Partei Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), an der vereinbarten Frist festzuhalten und jede Verschiebung abzulehnen.

Die Bundesregierung hat dem Energiekonzern LEAG bereits rund 1,75 Milliarden Euro als Ausgleich für die Beendigung des Kohleabbaus zugesagt. Das Unternehmen baut derzeit erneuerbare Energien in der Lausitz aus, dem Zentrum der ehemaligen deutschen Bergbauregion.

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Merz argumentierte, dass ein längerer Betrieb der Kohlekraftwerke Engpässe bei der Energieversorgung verhindern könnte. Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um die Versorgung zu stabilisieren. Seine Äußerungen folgen auf Jahre des raschen Ausbaus erneuerbarer Energien – Deutschland strebt bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent Ökostrom an, wie im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegt.

Seit 2020 ist die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Gas und Kohle stark gesunken. Die Unterbrechung der russischen Gaslieferungen durch Nord Stream 2022 zwang Deutschland, vermehrt aus Norwegen, den Niederlanden und von Flüssiggas-Lieferanten zu importieren. Dennoch bleiben die Energiepreise – prognostiziert bei 11,06 bis 11,10 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2026 – und die niedrigen Speicherstände (21,63 Prozent Stand 10. März 2026) ein Risiko für die Versorgungssicherheit.

Die Grünen widersprachen Merz' Vorschlag und riefen Woidke auf, die Zusagen an Beschäftigte und die Strukturwandel-Projekte einzuhalten. Sie warnten, dass eine Verzögerung das Vertrauen in die Energiewende untergraben würde. LEAG treibt unterdessen den Ausbau erneuerbarer Energien in der Lausitz voran – ein Zeichen für den Wandel weg von der Kohle, trotz der politischen Debatte.

Merz' Plan könnte die Laufzeit der Kohlekraftwerke über die geplanten Abschalttermine hinaus verlängern. Dies wäre ein Rückschlag für die deutschen Klimaziele und das Versprechen, spätestens bis 2038 aus der Kohle auszusteigen.

Der Konflikt zeigt die Spannung zwischen Energiesicherheit und Klimaschutz. LEAGs Projekte für erneuerbare Energien in der Lausitz laufen weiter, unterstützt durch 1,75 Milliarden Euro Bundesmittel. Jede Verzögerung beim Kohleausstieg würde eine Neuverhandlung bestehender Vereinbarungen und Entschädigungsregelungen erfordern.

Quelle