Schrottmetall-Mahnmal erinnert an 155 jüdische Opfer aus Halle
Ein neues Mahnmal aus Schrottmetall wird an 155 jüdische Opfer aus Halle erinnern, die nach Sobibor deportiert wurden. Die von Jugendlichen der Stadt gestaltete Gedenktafel zeigt zwei Hände, die zueinander greifen – ein Symbol für Verlust und zugleich für den Zusammenhalt der Familien während der Schoa.
Das Projekt ist Teil der Initiative "Tagebuch der Gefühle", die sich durch kreative Arbeiten mit der Geschichte des Holocaust auseinandersetzt. Andreas Dose leitete die Initiative und arbeitete mit ortsansässigen Jugendlichen an der Gestaltung. Der Comiczeichner Nils Oskamp steuerte die finale künstlerische Umsetzung bei.
Die beiden Hände auf der Tafel tragen eine tiefe Bedeutung: Die kleinere steht für Chana Baer, das mit 16 Monaten jüngste bekannte Opfer aus Halle. Die größere Hand symbolisiert Familien wie die Baers und die Sachs, die sich während der Deportationen gegenseitig Halt gaben.
Ein Steinmetz aus Halle fertigt die Gedenktafel nun in Stein an. Nach ihrer Vollendung wird sie am Standort des ehemaligen Vernichtungslagers Sobibor aufgestellt. Das Mahnmal soll als dauerhafte Ehrung der Opfer dienen und verbindet die Geschichte Halles mit dem größeren Gedenken an die Schoa. Durch die Installation in Sobibor bleiben ihre Schicksale auch für künftige Generationen sichtbar.






