Schneider will Handys und Batterien mit Pfand zum Recycling zwingen
Marie SchulzMehr Pfandsysteme? Umweltminister fordert mehr Recycling - Schneider will Handys und Batterien mit Pfand zum Recycling zwingen
Bundesumweltminister Carsten Schneider treibt strengere Recyclingvorschriften für alte Handys und Batterien voran. Er argumentiert, dass eine bessere Rückgewinnung von Rohstoffen nicht nur Abfall verringert, sondern auch die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten reduziert. Zu seinen Vorschlägen gehört die Ausweitung von Pfandsystemen, um die Wiederverwendung statt die Entsorgung zu fördern.
Schneider sieht in der Kreislaufwirtschaft eine Priorität für das Jahr 2026. Sein Ziel ist es, das Wegwerfen von Elektronikgeräten teurer zu machen als deren Recycling. Dieser Wandel, so seine Überzeugung, wird Verbraucher und Unternehmen dazu bewegen, Materialien wiederzuverwenden statt sie zu entsorgen.
Als funktionierendes Vorbild verweist der Minister auf das bestehende Pfandsystem für Autobatterien in Deutschland. Durch ein ähnliches Modell für Handys und andere Batterien könnten wertvolle Metalle und Mineralien zurückgewonnen werden. Diese Ressourcen, warnt Schneider, gingen derzeit auf Deponien verloren. Zudem betont er die wirtschaftlichen Vorteile einer stärkeren Recyclingpolitik: Deutschland ist bereits führend in Umwelttechnologien, und eine effizientere Rohstoffrückgewinnung könnte diesen Sektor weiter stärken. Die Pläne für neue Regelungen sollen in den kommenden Monaten mit Vertretern der Wirtschaft beraten werden.
Die vorgeschlagenen Änderungen verfolgen zwei zentrale Ziele: die Reduzierung von Abfall und die Sicherung kritischer Rohstoffe. Falls umgesetzt, könnten Pfandsysteme für Handys und Batterien die Abhängigkeit von Deutschland von Importen aus Ländern wie China verringern. Der nächste Schritt besteht in Verhandlungen mit der Wirtschaft, um die Details zu finalisieren.