SAP kämpft mit Sicherheitslücken und Kurssturz – doch die Cloud wächst weiter
Marie SchulzSAP kämpft mit Sicherheitslücken und Kurssturz – doch die Cloud wächst weiter
SAP gerät unter Druck nach Entdeckung schwerwiegender Sicherheitslücken
Nach der Aufdeckung zweier gravierender Sicherheitsmängel in seinen Unternehmenssystemen steht der Softwarekonzern SAP unter Druck. Die Schwachstellen haben das Vertrauen der Kunden erschüttert und den Aktienkurs des Unternehmens in den Keller gehen lassen. Die Aktie notiert derzeit bei 165,74 Euro – nur knapp über dem 52-Wochen-Tief.
Die Probleme begannen im März 2026, als SAP die kritischen Sicherheitsprobleme bekannt gab. Seither hat sich der Marktwert des Unternehmens im Vergleich zum Jahresende 2025 um etwa 20 Prozent verringert. Noch deutlicher wird der Rückgang im Vergleich zum Höchststand: Im Rahmen der Korrektur hat die Aktie über 40 Prozent an Wert verloren. Stand 13. März 2026 beläuft sich die Marktkapitalisierung von SAP auf rund 194 Milliarden Euro.
Analysten haben daraufhin ihre Erwartungen nach unten korrigiert. Zacks Research stufte SAP von "Starker Kauf" auf "Halten" herab und verwies auf nachlassenden Schwung. Barclays senkte das Kursziel von 348 auf 283 US-Dollar, beließ die Einstufung jedoch bei "Übergewichten", während BMO Capital sein Ziel von 320 auf 245 US-Dollar reduzierte. Trotz dieser Anpassungen bleibt BMO langfristig optimistisch.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 29 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Dennoch zeigt sich das Kerngeschäft von SAP robust: Der Umsatz mit Cloud-Diensten stieg 2025 um 23 Prozent. Zudem läuft aktuell ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 10 Milliarden Euro. Gleichzeitig ist der KI-Assistent des Unternehmens, Joule, mittlerweile in über 210 Anwendungsfällen weltweit im Einsatz.
Die Kursprobleme von SAP kommen zu einer Zeit wachsender Sicherheitsbedenken und verfehlter Ziele beim Cloud-Auftragsbestand. Die grundlegenden Geschäftszahlen des Konzerns zeigen jedoch Widerstandsfähigkeit – mit stabilem Cloud-Wachstum und fortschreitender KI-Entwicklung. In den kommenden Monaten werden die Aktionäre genau beobachten, wie es dem Unternehmen gelingt, das Vertrauen zurückzugewinnen.