28 December 2025, 03:47

Salty Blue GmbH meldet Insolvenz nach Nachfrageeinbruch und Kostenexplosion an

Ein beschädigtes Wohnmobil mit Gemälden und Zitaten darauf, das vor einem bewaldeten Gebiet geparkt ist.

Salty Blue GmbH meldet Insolvenz nach Nachfrageeinbruch und Kostenexplosion an

Salty Blue GmbH meldet Insolvenz an

Der bekannte Wohnmobilhersteller Salty Blue GmbH hat Insolvenz angemeldet. Das in Bargteheide ansässige Unternehmen reichte den Antrag am 17. Dezember offiziell ein. Der Schritt folgt auf einen drastischen Nachfragerückgang und stark gestiegene Produktionskosten, die das Unternehmen an den Rand des Ruins brachten.

Während der COVID-19-Pandemie erlebte das Unternehmen noch einen Boom, getrieben von der wachsenden Beliebtheit von Outdoor-Reisen. Doch seitdem ist die Nachfrage eingebrochen – ein Trend, der die gesamte Branche betrifft. Allein 2024 sanken die Verkaufszahlen von Wohnmobilen und Campervans um 16,4 Prozent, was viele Hersteller mit überfüllten Lagern zurückließ.

Auch die explodierenden Kosten für Bauteile setzen Salty Blue schwer zu: Die Preise stiegen in den vergangenen Jahren um bis zu 200 Prozent. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, finanziert das Unternehmen mittlerweile notwendige Komponenten über Kundenanzahlungen. Trotz der Schwierigkeiten zeigen sich Investoren weiterhin an langfristigen Partnerschaften mit der Marke interessiert. Als Insolvenzverwalter wurde Torben Langhinrichs bestellt. Das Unternehmen will die Produktion vorerst fortsetzen und gleichzeitig nach Lösungen für die finanziellen Probleme suchen. Salty Blue hat sich auf den Ausbau von Fahrzeugen wie dem Ford Transit und dem VW Transporter spezialisiert – eine Nische, die es einst in einem hart umkämpften Markt auszeichnete.

Die Insolvenzanmeldung markiert einen Wendepunkt für Salty Blue in einem zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Bei anhaltend schwacher Nachfrage und hohen Kosten hängt die Zukunft des Unternehmens von Umstrukturierungsmaßnahmen und der Sicherung stabiler Finanzierungsquellen ab. Die gesamte Campervan-Branche steht unter ähnlichem Druck – viele Betriebe kämpfen mit finanziellen Engpässen.