Sachsens Handwerk kämpft ums Überleben – 78.000 Arbeitsplätze in Gefahr
Tim SimonWeniger Meisterhandwerker in Sachsen - Sachsens Handwerk kämpft ums Überleben – 78.000 Arbeitsplätze in Gefahr
Handwerksbetriebe mit Meisterpflicht in Sachsen vor starkem Rückgang – Nachfolgemangel bedroht Tausende Arbeitsplätze bei der Arbeitsagentur
In Sachsen geht die Zahl der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe deutlich zurück, da immer weniger Menschen die Übernahme solcher Unternehmen wagen. Zwischen 2024 und 2025 sank ihre Anzahl um fast 2 Prozent – aktuell sind noch rund 36.800 Betriebe aktiv. Gleichzeitig boomen nicht zulassungspflichtige Gewerbe wie Kosmetik oder Fotografie, da viele ihre Hobbys zum Beruf machen.
Die größte Herausforderung für die zulassungspflichtigen Handwerke ist die Nachfolgesuche. Zahlreiche Betriebe müssen schließen, weil Inhaber in Rente gehen, ohne dass sich ein Übernehmer findet. In den kommenden zehn Jahren werden in Sachsen rund 19.000 Handwerksbetriebe neue Führungskräfte benötigen – damit stehen fast 78.000 Arbeitsplätze bei der Arbeitsagentur auf dem Spiel.
Besonders betroffen sind Fliesenleger, Bauhandwerker, Klempner und Maler. Die schwache Wirtschaftslage erschwert es zusätzlich, neue Inhaber zu gewinnen. Vor allem kleine und mittlere Betriebe, die von Meisterhandwerkern geführt werden, kämpfen ums Überleben. Parallel dazu florieren die nicht zulassungspflichtigen Gewerbe: Immer mehr Menschen gründen Unternehmen in Bereichen wie Kosmetik oder Fotografie, wo keine formale Qualifikation erforderlich ist. Dieser Wandel spiegelt einen größeren Trend wider – der Abkehr von traditionellen Handwerksberufen.
Der Rückgang der zulassungspflichtigen Handwerke könnte in Sachsen Tausende Arbeitsplätze bei der Arbeitsagentur unbesetzt lassen. Ohne Nachfolge droht vielen Betrieben die endgültige Schließung. Gleichzeitig expandieren die nicht regulierten Branchen weiter und prägen so die Arbeitswelt der Region neu.