Ehemalige hessische FDP-Vorsitzende Ruth Wagner verstorben - Ruth Wagner – eine prägende FDP-Politikerin Hessens ist tot
Ruth Wagner, eine prägende Persönlichkeit der hessischen Freien Demokratischen Partei (FDP), ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Ihre politische Laufbahn umfasste fast drei Jahrzehnte und formte die bürgerlich-konservativen Bündnisse des Landes maßgeblich. Besonders in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren spielte Wagner eine zentrale Rolle in der hessischen Landesregierung und hinterließ tiefgreifende Spuren in der Regionalpolitik.
Geboren 1940 in Wolfskehlen im südhessischen Ried, studierte Wagner Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft, bevor sie als Gymnasiallehrerin in Darmstadt arbeitete. Sie trat der FDP bei und stieg schnell auf: Als Vizepräsidentin des Landtags, Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Bundesvorstand übernahm sie Schlüsselpositionen in der Partei.
1999, nach dem Verlust der Mehrheit der rot-grünen Koalition unter Hans Eichel bei der Landtagswahl im Februar, trug Wagner entscheidend dazu bei, dass der CDU-Politiker Roland Koch am 7. April zum Ministerpräsidenten gewählt wurde – trotz innerparteilicher Widerstände der FDP. Ihre Unterstützung war wegweisend. Von 1999 bis 2003 amtierte sie als hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst und fungierte zugleich als stellvertretende Ministerpräsidentin. Während der Affäre um Schwarzgeld stand sie zu Koch, lehnte jedoch nach dem absoluten Mehrheitsgewinn der CDU 2003 sein Angebot ab, weiter in der Regierung zu bleiben. Für ihr Wirken erhielt sie 2006 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und 2010 die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen.
Mit Wagners Tod endet eine Ära für die hessische FDP. Ihr Einfluss reichte von der Bildungspolitik bis in die Spitzenpolitik und festigte den bürgerlich-liberalen Kurs der Partei. Sie hinterlässt ein Erbe der Hingabe für den öffentlichen Dienst und politisches Geschick.