14 March 2026, 12:13

Riester-Rente wird abgeschafft: Was das neue Altersvorsorge-Modell bringt

Eine alte Zeitungsanzeige für das Pensionshaus in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund.

Günstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition - Riester-Rente wird abgeschafft: Was das neue Altersvorsorge-Modell bringt

Deutschland reformiert sein staatlich gefördertes Altersvorsorgemodell nach Jahren des Niedergangs grundlegend. Das aktuelle Riester-Rente-System, das 2001 eingeführt wurde, hat stark an Beliebtheit verloren – von einst Millionen Verträgen sind nur noch unter 15 Millionen übrig, viele davon inaktiv oder bereits gekündigt. Nun plant die Regierung, es durch ein einfacheres und kostengünstigeres Standardprodukt zu ersetzen.

Die bestehende Riester-Rente steht seit Langem in der Kritik, vor allem wegen hoher Gebühren und magerer Renditen. Bis zu 45 Prozent der Einzahlungen behalten die Anbieter zunächst ein, sodass für Sparer kaum Wachstum übrig bleibt. Zwei Drittel der Verträge werfen nicht einmal eine inflationsbereinigte Rendite von 2 Prozent ab – oft entstehen sogar reale Verluste. Viele Kunden müssten über 94 Jahre alt werden, um nur die Kosten zu decken, während Börsencrashs die Ersparnisse zusätzlich schmälern. Zudem schrecken intransparente Vertriebsmethoden und komplizierte Vertragsbedingungen ab: Jeder vierte Vertrag wurde inzwischen gekündigt.

Ein neues Standardprodukt soll diese Probleme lösen. Die Reform sieht eine Obergrenze von 1,5 Prozent Jahresgebühr sowie höhere, einkommensabhängige Zuschüsse vor, um die Renditechancen zu verbessern. Kritiker halten die Gebührenobergrenze jedoch für zu hoch. Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, bezeichnet sie als Zugeständnis an Banken und Versicherer. Eine Umfrage seiner Organisation zeigt: 78 Prozent der potenziellen Nutzer legen Wert auf niedrige Gebühren, doch nur 23 Prozent akzeptieren die vorgeschlagene Grenze von 1,5 Prozent.

Um schärfere Regeln durchzusetzen, hat Finanztip eine Petition für eine Gebührenobergrenze von 0,5 Prozent gestartet – über 100.000 Menschen haben sie bereits unterzeichnet. Berechnungen der Verbraucherschützer belegen, dass schon kleine Gebührenunterschiede die finale Rente deutlich schmälern. Das neue Modell soll einen größeren Teil der Beiträge in risikoangepasste Anlagen investieren, um langfristig bessere Erträge zu erzielen.

Ziel der Reform ist es, durch geringere Kosten und transparentere Bedingungen das Vertrauen in die staatlich geförderte Altersvorsorge zurückzugewinnen. Doch da die Mehrheit der Sparer niedrigere Gebühren fordert, stößt der Regierungsvorschlag weiterhin auf Widerstand. Die endgültige Gesetzesfassung wird zeigen, ob das neue System den Abwärtstrend der Riester-Rente stoppen und eine fairere Altersvorsorge bieten kann.

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