14 March 2026, 00:14

Rechtsextreme Gruppe Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Eine Zeichnung des Hauptsaals des Deutschen Bundestages in Berlin, Deutschland, mit einer Flagge oben und begleitendem Text.

Arbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtsextreme Gruppe Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Leichter, aber bemerkenswerter Wandel bei den Betriebsratswahlen von Volkswagen

Zum ersten Mal hat die Gruppe Zentrum, die Verbindungen zur rechtsextremen Szene aufweist, bei den Betriebsratswahlen im Volkswagen-Werk Braunschweig Sitze errungen. Die Organisation, die 2009 bei Mercedes-Benz entstanden ist, ist nun in zwei großen deutschen Automobilfabriken vertreten.

Zentrum wurde 2009 als Zentrum Automobil im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründet. Im Laufe der Zeit baute die Gruppe ihren Einfluss aus und hält dort mittlerweile neun Sitze, bevor sie nun im Volkswagen-Werk Braunschweig Fuß fasste. Bei der jüngsten Wahl trat sie erstmals mit einer eigenen Kandidatenliste bei Volkswagen an und gewann zwei der 35 zu vergebenden Sitze.

In Braunschweig erhielt die Gruppe 6,49 Prozent der Stimmen. Trotz dieses bescheidenen Ergebnisses zogen beide ihre Kandidaten in den Betriebsrat ein. Selbst wenn Zentrum mehr Bewerber aufgestellt hätte, wäre die Stimmenzahl nicht für zusätzliche Sitze ausgereicht haben.

Die dominierende Gewerkschaft im Werk, die IG Metall, behielt mit 78,5 Prozent der Stimmen und 28 Sitzen eine klare Mehrheit. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) kam auf 15 Prozent und sicherte sich fünf Sitze. Daniela Nowak, Spitzenkandidatin der IG Metall in Braunschweig, bewertete das Ergebnis als positiv und betonte, dass die Mehrheit der Beschäftigten weiterhin traditionelle Solidarität und Tarifverhandlungen unterstütze.

Bisher hat Zentrum insgesamt elf Sitze in der deutschen Automobilindustrie errungen – neun bei Mercedes-Benz und nun zwei bei Volkswagen.

Die Wahlergebnisse bestätigen, dass Zentrum zwar an Einfluss gewinnt, seine Präsenz in der Branche aber weiterhin begrenzt bleibt. Mit Vertretern in zwei großen Werken verfügt die Gruppe nun über eine Stimme in den Betriebsräten, doch ihr Gewicht bleibt gering. Die überwältigende Mehrheit der IG Metall zeigt, dass die meisten Beschäftigten weiterhin den etablierten Gewerkschaften vertrauen.

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