Pitbull-Angriff in Altstätten entfacht Streit um schärfere Hundegesetze in St. Gallen
Tim SimonPitbull-Angriff in Altstätten entfacht Streit um schärfere Hundegesetze in St. Gallen
Ein kürzlicher Angriff durch einen Pitbull in Altstätten hat eine Debatte über die Hunderegulierung im Kanton St. Gallen ausgelöst. Die Grünen-Politikerin und Kantonsrätin Margot Benz fordert schärfere Vorschriften, darunter Bewilligungspflichten für bestimmte Hunderassen. Die kantonale Regierung lehnte den Vorstoß jedoch ab und verwies auf fehlende Belege, die einen Zusammenhang zwischen bestimmten Rassen und einem erhöhten Risiko belegen.
Der Vorfall im Juni 2025 veranlasste Benz, eine Motion im St. Galler Kantonsrat einzureichen. Sie verlangte obligatorische Bewilligungen für potenziell gefährliche Rassen sowie eine verpflichtende Schulung für alle neuen Hundehalter. Die Regierung widersprach dem Plan jedoch mit der Begründung, dass es keine verlässlichen Daten gebe, die rassenspezifische Einschränkungen rechtfertigen würden.
Im Kanton St. Gallen gibt es derzeit weder Rasseverbote noch Bewilligungspflichten. Stattdessen müssen Hunde an der Leine geführt werden – auf Schulgeländen, Spielplätzen, Sportanlagen, in öffentlichen Gebäuden und in allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Dieser Ansatz steht im Kontrast zu Nachbarkantonen wie Thurgau und Zürich, wo bestimmte Rassen Einschränkungen oder sogar Verbote unterliegen.
Das Thurgauer Gesetz geht noch weiter: Hier sind Hunde auch in Parks, Schulhöfen, Spielplätzen, Sporteinrichtungen und auf stark befahrenen Straßen anzuleinen. Von April bis Juli müssen sie zudem in Wäldern und an Waldrändern angeleint werden. Der Kanton führt 14 Rassen auf – darunter Staffordshire-Terrier, Bullterrier, Dobermänner und Rottweiler –, für die eine Sonderbewilligung erforderlich ist.
Die aktuellen Regeln in St. Gallen konzentrieren sich auf Leinenpflichten statt auf rassenspezifische Maßnahmen. Mit der Ablehnung von Benz' Motion sind vorerst keine Änderungen zu erwarten. Währenddessen halten Thurgau und Zürich an strengeren Kontrollen für als potenziell gefährlich eingestufte Hunde fest.






