Pfefferspray-Attacke auf Kontrolleure erschüttert Pforzheims Nahverkehr
Lukas BraunMänner attackieren Busfahrkartenkontrolleure in Pforzheim - Pfefferspray-Attacke auf Kontrolleure erschüttert Pforzheims Nahverkehr
Zwei Kontrolleure bei Angriff an Bushaltestelle in Pforzheim verletzt
Am Freitagnachmittag sind zwei Fahrkartenkontrolleure an einer Bushaltestelle in Pforzheim angegriffen worden. Die Täter setzten Pfefferspray und körperliche Gewalt ein, wobei beide Mitarbeiter leichte Verletzungen davontrugen. Die Polizei fahndet nun nach den beiden flüchtigen Angreifern.
Der Vorfall ereignete sich, als drei Kontrolleure einen Bus betreten wollten. Plötzlich stürmten zwei Männer aus dem Fahrzeug, stießen die Beamten zu Boden und versuchten so, der Fahrkartenkontrolle zu entgehen. Einer der Angreifer schlug einem der Kontrolleure ins Gesicht und besprühte ihn mehrfach mit Pfefferspray.
Ein Video des Übergriffs verbreitet sich seitdem im Internet; die Behörden halten die Aufnahmen für authentisch. Die Tat wird als gefährliche Körperverletzung untersucht. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.
Der Angriff reiht sich in eine besorgniserregende Zunahme von Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Nahverkehr ein. Seit Februar 2024 wurden in Deutschland laut Bundesverkehrsministerium und Deutscher Bahn über 1.200 Angriffe auf Fahrkartenkontrolleure verzeichnet – bis März 2026 stieg die Zahl auf 1.247. Der jüngste Vorfall verschärft die Sorgen weiter, nachdem es in diesem Jahr bereits einen tödlichen Angriff auf einen Verkehrsmitarbeiter gegeben hatte.
Die verletzten Kontrolleure wurden zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Die Täter flüchteten vom Tatort; bislang gab es keine Festnahmen.
Die Ermittlungen laufen weiter, während die Polizei Beweismaterial – darunter das weit verbreitete Video – auswertet. Die Behörden wiederholten ihren Appell an die Bevölkerung, Hinweise zur Identifizierung der Täter zu geben. Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Sicherheitsrisiken, denen Mitarbeiter im öffentlichen Verkehr bundesweit ausgesetzt sind.