16 March 2026, 10:13

Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken leicht – doch Fachkräftemangel bleibt akut

Ein altes Kartenbild von Karlsruhe, Deutschland, das Gebäude, Bäume, Hügel und einen Fluss zeigt, mit Text unten.

Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken leicht – doch Fachkräftemangel bleibt akut

Sachsen-Anhalt verzeichnet leichten Rückgang bei Pendlerzahlen über Landesgrenzen hinweg

Im Juni 2025 sind etwa 148.000 Beschäftigte aus Sachsen-Anhalt in andere Bundesländer zur Arbeit gefahren – 600 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig ging auch die Zahl der Pendler, die zum Arbeiten in das Land kommen, leicht zurück. Dies spiegelt größere Verschiebungen auf dem regionalen Arbeitsmarkt wider.

Fast jeder fünfte Erwerbstätige in Sachsen-Anhalt arbeitet außerhalb des Bundeslandes. Die beliebtesten Ziele der Pendler waren Sachsen, Niedersachsen und Thüringen. Die meisten von ihnen waren Fachkräfte aus den Bereichen verarbeitendes Gewerbe, Einzelhandel, Transport und Baugewerbe.

Gleichzeitig kamen rund 75.700 Beschäftigte aus anderen Bundesländern nach Sachsen-Anhalt, um hier zu arbeiten. Die Mehrheit stammte aus Sachsen, Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg, etwa 5.400 kamen aus dem Ausland.

Seit der Pandemie haben sich die wirtschaftlichen Herausforderungen verschärft, was immer mehr Arbeitnehmer dazu veranlasst, woanders nach Chancen zu suchen. Zu den zentralen Problemen zählen ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum, eine marode Infrastruktur – etwa durch unzuverlässigen Mobilfunkempfang – sowie eine geringe wirtschaftliche Attraktivität. Besonders betroffen sind junge Menschen, da der Wohnraummangel es erschwert, Ausbildungsplätze in Branchen wie Fahrzeugwartung und Baugewerbe zu finden.

Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, führte den Rückgang der Pendlerzahlen auf eine schwächere Arbeitsmarktentwicklung zurück. Die Gesamtzahl der grenzüberschreitenden Pendler – sowohl ein- als auch ausgehend – sei dadurch gesunken.

Die aktuellen Zahlen zeigen eine leichte Abnahme der Pendlerströme nach und aus Sachsen-Anhalt. In Schlüsselbranchen herrscht weiterhin Fachkräftemangel, bedingt durch anhaltende wirtschaftliche und strukturelle Hindernisse. Ohne Verbesserungen bei Wohnraum und Infrastruktur könnte sich der Trend fortsetzen, dass Arbeitnehmer vermehrt außerhalb des Landes nach Jobs suchen.

Quelle