Ostallgäu erinnert mit Gedenkjahr an den Bauernkrieg vor 500 Jahren
Marie SchulzOstallgäu erinnert mit Gedenkjahr an den Bauernkrieg vor 500 Jahren
Die Region Ostallgäu gedachte 2025 mit einem ganzjährigen Veranstaltungskalender des 500. Jahrestags des Bauernkriegs. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten standen die Umbrüche von 1525, insbesondere die Ereignisse in und um Kaufbeuren. Den Höhepunkt bildete die Vorstellung einer neu übersetzten deutschen Ausgabe der Furter Chronik.
Federführend war die Arbeitsgemeinschaft Ostallgäu, geleitet von Rita Nett und Christian Freuding. Nett, die Kreisheimatpflegerin aus Gutenberg, arbeitete dabei eng mit Freuding zusammen, der die klösterlichen Gemeinschaften vertritt, die einst unter der Herrschaft der Abtei Irsee standen. Zu den Projekten zählten die Errichtung von Gedenktafeln sowie öffentliche Veranstaltungen, die der historischen Aufarbeitung des Aufruhrs dienten.
Das Jahresprogramm konzentrierte sich auf die Revolten von 1525, die die gesamte Region erschütterten. Lokale Historiker:innen und Forscher:innen bereicherten die Diskussionen, Ausstellungen und Führungen. Besonders gewürdigt wurden dabei weniger bekannte Persönlichkeiten wie Anton Reisach, deren Rolle in den Ereignissen neu bewertet wurde. Den Abschluss bildete eine Veranstaltung in Irsee, bei der Brigitte Fischer die deutsche Übersetzung der Furter Chronik vorstellte. Diese Schrift aus dem 16. Jahrhundert gilt als eine der wichtigsten Quellen zum Bauernkrieg und bietet tiefe Einblicke in die sozialen und politischen Spannungen der Zeit. Die Neuübersetzung soll das historische Dokument einem modernen Publikum zugänglicher machen.
Das Gedenkjahr lenkte die Aufmerksamkeit erneut auf den Bauernkrieg und seine Auswirkungen auf das Ostallgäu. Die frisch übersetzte Furter Chronik steht nun als dauerhafte Ressource für Wissenschaft und Öffentlichkeit bereit. Die Veranstalter:innen hoffen, dass die Initiativen und Gedenkzeichen zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der bewegten Geschichte der Region anregen.