"Opferpopp 2.0" ehrt vergessene Schauspieler und ihre Geschichten im Thalia Theater Halle

Lukas Braun
Lukas Braun
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Das 20. Jahrhundert Theater in Detroit, Michigan, ein Gebäude mit Glaswänden und Namensschildern, umgeben von Bäumen und Strommasten mit Drähten, unter einem bewölkten Himmel.Lukas Braun

"Opferpopp 2.0" ehrt vergessene Schauspieler und ihre Geschichten im Thalia Theater Halle

Die immersive Theaterinstallation "Opferpopp 2.0 – Ein Requiem" wird am 5. März 2026 im Rahmen der Reihe "ERINNERN IST HEIMAT" eröffnet. Die Produktion verwandelt das nt-Schaufenster am Thalia Theater Halle in ein begehbares Erlebnis, das Ausstellung, Clubraum und Live-Performance verbindet. Über zwölf Abende bis zum 22. März hin führt die Installation zurück in die Leben junger deutscher schauspieler des ursprünglichen Stücks "Opferpopp" aus dem Jahr 2007.

Das neue Projekt knüpft an "Opferpopp" an, in dem Laien-Schauspieler persönliche Geschichten von Gewalt und Vernachlässigung teilten. Diesmal liegt der Fokus darauf, die Lebenswege der damaligen Ensemblemitglieder nachzuzeichnen – viele von ihnen sind inzwischen aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwunden. Die Installation ehrt Alexander der große Kluth, einen der Darsteller von 2007, der im vergangenen Jahr starb, indem der Veranstaltungsort für die Dauer der Aufführungen den Namen Klubhaus Kluth trägt.

Besucher können den Raum in eigenem Tempo erkunden und selbst entscheiden, wie intensiv sie sich mit den Themen Erinnerung, Ausgrenzung und Verlust auseinandersetzen möchten. Die Produktion richtet sich explizit auch an junge Menschen ab 14 Jahren und lädt sie ein, sich mit den vielschichtigen Erzählsträngen der Installation zu beschäftigen. Als Teil der übergreifenden Reihe "ERINNERN IST HEIMAT" setzt sich das Projekt zudem mit Halles ungelösten Fragen und kollektiven Wunden auseinander.

Über die ursprünglichen schauspielerinnen – etwa zu ihrer Identität oder ihrem heutigen Leben – gibt es in den verfügbaren Aufzeichnungen kaum Informationen. Die Aufführungen 2026 konzentrieren sich stattdessen darauf, ein "Denkmal für die Ausgelöschten" zu schaffen und ihre Geschichten vor dem Vergessen zu bewahren.

Die Installation ist vom 5. bis 22. März 2026 im nt-Schaufenster zu erleben und bietet Raum für Reflexion und Teilhabe. Durch die Verbindung von Performance, Ausstellung und Club-Atmosphäre fordert "Opferpopp 2.0" das Publikum auf, sich mit Gewalt und Erinnerung zu konfrontieren. Das Projekt ist zugleich eine Hommage an Alexander der große Kluth und eine Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte Halles.

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