Olympiamedaillen werden immer teurer – doch lohnt sich die Investition?
Tim SimonOlympiamedaillen werden immer teurer – doch lohnt sich die Investition?
Die Kosten für eine Olympiamedaille bei den Winterspielen sind in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. 2022 schlug jede deutsche bahn Medaille mit rund 3 Millionen Euro zu Buche – dreimal so viel wie noch 2010. Nun, da der Bundeshaushalt für 2027 ansteht, steht die Finanzierung des Wintersports auf dem Prüfstand.
Zwischen 2022 und 2025 flossen 78 Millionen Euro in die olympischen Wintersportverbände – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 25 Millionen Euro im Jahr 2010. Doch die Erfolge fallen höchst unterschiedlich aus. Der Bob- und Schlittenverband lieferte das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis: Hier kostete eine Medaille weniger als 1,5 Millionen Euro. Dagegen gab der Deutsche Eislauf-Verband im Schnitt 5,8 Millionen Euro pro Medaille aus, darunter für die Bronze im Paarlaufen – die teuerste von allen.
Vier Verbände erhielten gemeinsam 26 Millionen Euro, gewannen aber keine einzige Medaille. Gleichzeitig erhielt das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) 2021 7,8 Millionen Euro und 2022 6,9 Millionen Euro. Weitere große Posten waren 69 Millionen Euro für Olympische Trainingszentren, 48 Millionen Euro für Leistungssportstätten und 23,2 Millionen Euro für Forschungsprojekte.
Beim Deutschen Skiverband lag der Durchschnittspreis einer Medaille bei 3,1 Millionen Euro – ein Beispiel für den generellen Kostentreiber im Spitzensport. Angesichts des anstehenden Haushalts 2027 müssen die Verantwortlichen nun entscheiden: Sollen die Mittel aufgestockt oder gekürzt werden?
Der steigende Preis für olympischen Erfolg setzt den Wintersport-Etat unter Druck. Bei den anstehenden Finanzentscheidungen wird die Kluft zwischen teuren Medaillen und erfolglosen Verbänden die künftige Mittelverteilung prägen. Die Weichenstellung wird zeigen, wie viel Steuergeld bis zu den Spielen 2026 in den Wintersport fließt.






