29 March 2026, 02:15

Ölpreise explodieren nach Hormus-Blockade – Wirtschaft steht vor schwerstem Schock seit 50 Jahren

Liniengraph, der die Trends der US-Öl/Petroleum-Produktion, -Importe und -Exporte über die Zeit zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ölpreise explodieren nach Hormus-Blockade – Wirtschaft steht vor schwerstem Schock seit 50 Jahren

Die Ölpreise sind auf ein seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenes Niveau explodiert und lösen weltweit wirtschaftliche Verwerfungen aus. Die Nordseeöl-Sorte Brent notiert derzeit bei rund 113 US-Dollar pro Fass, während der Preis für OPEC-Öl auf 143 Dollar gestiegen ist. Der starke Anstieg folgt auf eine Blockade der Straße von Hormus, durch die fast ein Fünftel der globalen Ölversorgung abgeschnitten wurde.

Regierungen und Unternehmen kämpfen nun mit steigenden Kosten und Produktionsengpässen. Die Krise begann im frühen März 2026, als es aufgrund der Spannungen um Irans Vorgehen zu einer Blockade der Straße von Hormus kam. Die Unterbrechung reduzierte schlagartig etwa 20 Prozent des weltweiten Ölangebots und trieb den Brent-Preis von 70 auf über 102 Dollar pro Fass in die Höhe. Analysten vergleichen die Lage inzwischen mit den 1970er-Jahren und bezeichnen sie als den schwersten Versorgungs-Schock seit einem halben Jahrhundert. Der Preisanstieg erinnert an das Jahr 2022, als Brent nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ähnliche Höchststände erreichte.

Die globalen Engpässe haben sich seitdem verschärft, mit einem täglichen Produktionsdefizit von etwa 11 Millionen Fass. In Deutschland arbeitet die Bundesregierung an einem "Entlastungspaket für Spritpreise" und plant, die nationalen Ölreserven anzuzapfen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat unterdessen den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis 2038 infrage gestellt – ein mögliches Zeichen für einen Kurswechsel in der Energiepolitik.

Die Industrie leidet unter der Belastung. Bei Thyssenkrupp sind die Energiekosten dramatisch gestiegen, und das französische Werk drosselt wegen günstigerer Importe die Produktion weiter. Der Aktienkurs des Konzerns ist auf ein 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro abgerutscht – ein Rückgang um etwa 31 Prozent im letzten Monat und fast 44 Prozent seit dem Oktober-Höchststand von 13,24 Euro. Auch die Raiffeisen Bank hat ihre Wachstumsprognose für zyklische Industriewerte im Jahr 2026 nach unten korrigiert, was die allgemeine wirtschaftliche Sorge widerspiegelt.

Der Ölsock zwingt Regierungen zum Überdenken ihrer Energiepolitik und Unternehmen zur Anpassung ihrer Abläufe. Bei Preisen nahe Rekordständen und knappen Lieferungen breitet sich die wirtschaftliche Belastung weiter aus. Konzerne wie Thyssenkrupp sehen sich mit explodierenden Kosten konfrontiert, während Finanzinstitute ihre Erwartungen an das Industriewachstum revidieren.

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