Norbert Himmler bleibt trotz Kritik für weitere fünf Jahre ZDF-Intendant
Lukas BraunNorbert Himmler bleibt trotz Kritik für weitere fünf Jahre ZDF-Intendant
Norbert Himmler bleibt für eine zweite Amtszeit Intendant des ZDF, nachdem der Rundfunkrat für seine Wiederwahl gestimmt hat. Die Entscheidung fiel trotz anhaltender Kritik an der sinkenden Relevanz des Senders und eines jüngsten Skandals um KI-generierte Bilder in der Hauptnachrichtensendung heute journal. Seine Wiederbestellung stieß auf keinen ernsthaften Widerstand.
Himmlers Karriere beim ZDF erstreckt sich über mehr als zwei Jahrzehnte. 1998 begann er dort als Volontär, nachdem er bereits als studentische Hilfskraft und freier Mitarbeiter für den Sender gearbeitet hatte. Im Laufe der Jahre übernahm er zentrale Positionen, darunter Assistent des Chefredakteurs, Leiter der Programmplanung und Direktor von ZDFneo. Von 2014 bis 2021 fungierte er als Programmdirektor und traf in dieser Funktion die umstrittene Entscheidung, die langjährige Unterhaltungsshow Wetten, dass..? abzusetzen.
2021, noch immer als Programmdirektor, holte er dieselbe Sendung zurück ins Programm. Die Rückkehr verzeichnete zunächst starke Quoten von 4 bis 5 Millionen Zuschauern, die später jedoch nachließen. Die ursprüngliche Serie (1981–2014) hatte in ihren Hochzeiten noch durchschnittlich 6 bis 9 Millionen Zuschauer erreicht – ein Zeichen für das nachlassende dauerhafte Interesse an der Neuauflage. 2022 stieg Himmler schließlich zum Intendanten des ZDF auf, mit einem Jahresgehalt von 372.000 Euro.
Weder die Kritik an der Ausrichtung des Senders noch aktuelle Kontroversen wie der heute-journal-KI-Bilder-Skandal konnten seine Wiederwahl verhindern. Die Bestätigung durch den Rundfunkrat am Freitag besiegelte seine weitere Führung, obwohl sich am Programm des Senders wenig geändert hat – abgesehen von einigen abgesetzten Formaten, die später wiederbelebt wurden.
Himmlers zweite Amtszeit beginnt in einer Phase der Herausforderungen für das ZDF, darunter Fragen zur Programmgestaltung und zum Vertrauen der Öffentlichkeit. Nun liegt es an seiner Führung, wie der Sender auf diese Probleme reagiert. Die Entscheidung spiegelt das Vertrauen in seine Erfahrung wider, auch wenn die Debatten über die Zukunft des Senders weitergehen.